Völler richtet den Blick vor Paraguay-Duell nur auf das Hier und Jetzt
Für DFB-Sportdirektor Rudi Völler zählt vor dem Beginn der K.o.-Runde ausschließlich der kommende Gegner Paraguay. Vor dem Sechzehntelfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Montag (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough machte der 66-Jährige deutlich, dass nun der entscheidende Teil des Turniers beginnt.
"Jetzt startet die WM erst richtig", sagte Völler. Er spüre im Team die Überzeugung, alles aus sich herausholen zu können. Die Mannschaft wolle bis an ihre Grenzen gehen, eine starke Leistung zeigen und den Einzug in die nächste Runde schaffen. Für ihn sei die Ausgangslage klar: gewinnen oder abreisen.
Mit möglichen weiteren Gegnern wie Frankreich im Achtelfinale, den Niederlanden im Viertelfinale oder Spanien im Halbfinale wollte sich Völler in Winston-Salem noch nicht befassen. Natürlich gebe es einige Nationen, die zum engsten Favoritenkreis zählten, darunter auch Frankreich. Im Moment liege der Fokus aber nur auf Paraguay.
Trotz der 1:2-Niederlage gegen Ecuador im sportlich bedeutungslosen letzten Gruppenspiel traut Völler der deutschen Auswahl bei der WM in den USA weiterhin viel zu. Er ist überzeugt, dass die Mannschaft an einem richtig guten Tag, wenn sie ihr volles Niveau erreicht, jeden Gegner schlagen kann.
Musiala, Wirtz und Havertz sollen in der K.o.-Phase den Unterschied machen
Entscheidend werde allerdings sein, dass die Offensivspieler Jamal Musiala, Florian Wirtz und Kai Havertz in den nun anstehenden Entscheidungsspielen ihre Klasse zeigen. Nach Ansicht Völlers müssen gerade diese Akteure liefern, wenn Deutschland die ganz großen Ziele erreichen will. Zugleich wüssten die Spieler selbst, dass noch Steigerungspotenzial vorhanden sei.

In der Gruppenphase kamen Havertz auf zwei Treffer, Musiala auf einen und Wirtz noch auf kein Tor. Zusammen erzielten sie damit genauso viele Tore wie Joker Deniz Undav, der auf drei Treffer kam, obwohl er jeweils nur eingewechselt wurde.
Hoffnung auf Brown-Comeback gegen Paraguay
Noch offen ist, ob Nathaniel Brown gegen Paraguay wieder einsatzfähig sein wird. Der Außenseiter aus Gruppe D hatte die Vorrunde hinter den USA und Australien auf Rang drei beendet. Völler zeigte sich vorsichtig optimistisch und sagte, dass alle auf einen Einsatz Browns hoffen.
Der 23 Jahre alte Frankfurter, der offenbar vor einem Wechsel zum FC Bayern München steht, sollte nach seinen Adduktorenproblemen zwei Tage vor dem Spiel wieder mit der Mannschaft trainieren. Völler bezeichnete die sportliche Entwicklung des Youngsters als "atemberaubend".
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber