Sachsen

Jetzt wird’s groß: Chemnitz holt «Theater der Welt»

Chemnitz wird zur Bühnen-Sensation: Nach dem Kulturhauptstadt-Jahr bringt „Theater der Welt“ über 30 Highlights.

15.06.2026, 07:00 Uhr

Mehr als 30 Produktionen aus aller Welt kommen ab Donnerstag, dem 18. Juni, beim Festival „Theater der Welt“ nach Deutschland. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf indigenen Perspektiven und Erzählweisen. Zur Eröffnung im Opernhaus Chemnitz steht das Musiktheaterstück „Split Tooth: Saputjiji“ der kanadischen Musikerin und Autorin Tanya Tagaq auf dem Programm. Im Mittelpunkt steht das Aufwachsen eines jungen Mädchens in der Arktis – geprägt von der gewaltigen Natur und dem Zerfall einer indigenen Gemeinschaft. Auch der traditionelle Kehlkopfgesang der Inuit ist Teil der Inszenierung.

Das Festival zählt zu den bedeutendsten internationalen Theaterereignissen in Deutschland. Veranstaltet wird es vom deutschen Zentrum des Internationalen Theaterinstituts. Ziel ist es, künstlerische Positionen aus verschiedenen Teilen der Welt zusammenzubringen. „Theater der Welt“ findet im Dreijahresrhythmus statt. Nach der vergangenen Ausgabe in Frankfurt am Main und Offenbach ist nun bis zum 5. Juli Chemnitz Gastgeber. Die sächsische Stadt war im vergangenen Jahr Kulturhauptstadt Europas.

Breites Programm von Musiktheater bis Virtualität

Neben Musiktheater umfasst das Festival auch Schauspiel, Performances und Figurentheater. Die Pop-Oper „Nkoli: A Fierce & Fabulous Life“ widmet sich dem Anti-Apartheid-Kämpfer und Aktivisten der Lesben- und Schwulenbewegung Simon Nkoli. In der Produktion „Blur“ können Besucherinnen und Besucher in künstlich erschaffene Welten eintauchen.

Mit „Amadoka“ ist zudem eine Inszenierung aus Tschechien vertreten, die auf der Romantrilogie von Sofia Andruchowytsch basiert. Darin wird ein Jahrhundert ukrainischer Geschichte aus der Sicht von drei Frauen erzählt. Eine deutsch-chinesische Koproduktion bringt außerdem Alfred Döblins Roman „Berge, Meere und Giganten“ unter dem Titel „Luftmasse“ auf die Bühne. Das visuelle Konzept stammt den Angaben nach von dem Künstler Ai Weiwei.

Ausblick auf „Theater der Welt“
Zur Eröffnung im Chemnitzer Opernhaus ist das Musiktheaterstück «Split Tooth: Saputjiji» der Kanadierin Tanya Tagaq zu erleben. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa

Zeitgenössische Kunst im alten Schauspielhaus

Parallel zum Theaterfestival bespielt das Kunstfestival „Begehungen“ das seit Jahren leerstehende Schauspielhaus in Chemnitz. Das Gebäude, das weiterhin auf eine Sanierung wartet, wird dabei unter dem Titel „In der Vorstellung“ zur Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst. Gezeigt werden Werke unter anderem von Hito Steyerl, Jana Gunstheimer, Cindy Sherman, Danica Dakić und Martina Pinosa.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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