KNDS plant neue Werke in Deutschland und setzt auf engere Kooperation mit Frankreich
Der Rüstungskonzern KNDS will seine Fertigung ausbauen und dabei sowohl neue Standorte in Deutschland schaffen als auch die Zusammenarbeit zwischen den deutschen und französischen Unternehmensteilen vertiefen. Das sagte Deutschlandchef Florian Hohenwarter in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Als Beispiel für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nannte Hohenwarter den neuen Kampfpanzer Capint. Bei diesem Konzept werde Technik aus beiden Ländern kombiniert: Das Fahrgestell beziehungsweise der untere Teil stamme vom Leopard 2 von KNDS Deutschland, während der Turm auf Wunsch des französischen Militärs von KNDS Frankreich komme.
Zwei zusätzliche Produktionsstandorte vorgesehen
Um die steigende Produktion abzusichern, plant KNDS nach derzeitiger Vorstellung zwei weitere Werke in Deutschland. Einer der Standorte soll die komplette Fertigungskette abdecken – vom Rohbau bis zum fertigen Fahrzeug. Der Schwerpunkt liege dort auf Radfahrzeugen, insbesondere dem Boxer.
Der zweite neue Standort soll vor allem für Schweißarbeiten ausgelegt sein.
Konkrete Angaben zu möglichen Orten machte Hohenwarter nicht. Man befinde sich in Gesprächen mit Unternehmen und prüfe verschiedene Optionen, endgültige Entscheidungen seien jedoch noch nicht gefallen.
Deutlich mehr Beschäftigte bis 2030
Auch beim Personal rechnet KNDS mit starkem Wachstum. Nach Angaben Hohenwarters könnte sich die Belegschaft von KNDS Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts verdoppeln. Das würde einem Zuwachs von rund 4.000 bis 5.000 Beschäftigten entsprechen. Zusätzlich dürften auch bei Zulieferfirmen weitere Arbeitsplätze entstehen.
KNDS war 2015 aus dem Zusammenschluss des deutschen Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann und des französischen Staatskonzerns Nexter entstanden. Hintergrund waren damals unter anderem sinkende Verteidigungsausgaben in Deutschland und anderen europäischen Staaten. Der Konzernsitz befindet sich in Amsterdam, die deutsche Zentrale in München.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion