Der FC Bayern München will den Vertrag mit Harry Kane gezielt verlängern. Das hat der frühere Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit t-online bekräftigt. Die Richtung sei eindeutig: Der englische Torjäger soll über die laufende Vereinbarung hinaus an den Klub gebunden werden.
Neu ist dabei, dass auch Sportvorstand Max Eberl die Gesprächspläne bestätigt hat. Vor dem Abflug der Münchner zum Champions-League-Halbfinale bei Paris Saint-Germain sagte er, die weitere Zukunft sei mit Kane besprochen. Noch vor der WM wolle man sich zusammensetzen und versuchen, gemeinsam eine Lösung für die Zukunft zu erarbeiten.
Kane war im Sommer 2023 für die Münchner Rekordablöse von rund 100 Millionen Euro von Tottenham Hotspur nach München gewechselt. Seitdem hat der Kapitän der englischen Nationalmannschaft in 141 Einsätzen 138 Tore für die Bayern erzielt.
Rummenigge: Kane-Transfer war ein wichtiger Coup
Rummenigge bezeichnete die Verpflichtung des Angreifers als einen wichtigen Coup in der Geschichte des Klubs. Der 70-Jährige, der heute dem Aufsichtsrat angehört, äußerte sich vor den Halbfinalpartien in der Champions League gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain.
Zugleich verwies er darauf, dass Kane eine Ausstiegsklausel besessen habe, diese aber nicht zog. Für Rummenigge ist das ein klares Signal, dass sich der Stürmer in München wohlfühlt und bleiben will. Deshalb sollen die zuständigen Verantwortlichen nach der Saison konkrete Gespräche mit ihm führen.
Unter Trainer Vincent Kompany habe Kane laut Rummenigge zudem noch einmal eine Entwicklung genommen. Aus einem klassischen Vollstrecker sei mehr und mehr ein mitspielender Stürmer geworden, was für das Bayern-Spiel von großer Bedeutung sei.
Auch Olise gilt als praktisch unverkäuflich
Neben Kane hob Rummenigge auch die Bedeutung von Michael Olise hervor. Der 24 Jahre alte französische Nationalspieler gilt beim FC Bayern intern als Spieler, den man sportlich nicht verlieren will. Nach Rummenigges Darstellung verfolgt der Verein seit geraumer Zeit die Linie, keine Akteure mehr abzugeben, deren Verlust sportlich schwer wiegen würde.
Für einen Spieler wie Olise gebe es deshalb aus Sicht des früheren Vorstandschefs kein Preisschild, das die Bayern überhaupt ins Grübeln bringen würde.
Großes Lob für Dreesen
Darüber hinaus sprach Rummenigge dem heutigen Vorstandschef Jan-Christian Dreesen großes Vertrauen aus. Dreesen hatte im Mai 2023 Oliver Kahn an der Klubspitze ersetzt. Rückblickend sagte Rummenigge, man hätte ihn eigentlich von Beginn an als seinen Nachfolger einsetzen sollen. Beide hatten zuvor viele Jahre gemeinsam im Vorstand gearbeitet.
Zwar läuft Dreesens Vertrag in einem Jahr aus, doch vieles deutet auf eine Verlängerung hin. Rummenigge lobte vor allem dessen Arbeit im Finanzbereich. Bei den Personalkosten sei der Verein zuvor auf einem falschen Weg gewesen, inzwischen habe sich die Lage wieder verbessert. Zudem sei dank Dreesen wieder mehr Ruhe in den Klub eingekehrt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion