Wirtschaft

Google zahlt Millionen für SpaceX-Rechenpower

Musk hat weit mehr KI-Power als nötig – und kassiert nun im zweiten Mega-Deal ausgerechnet mit Rivalen kräftig ab.

06.06.2026, 06:57 Uhr

SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, soll in den nächsten Jahren monatlich 920 Millionen US-Dollar von Google für bereitgestellte Rechenkapazität erhalten. Google will diese Infrastruktur für seine KI-Angebote nutzen. Der Vertrag beginnt im Oktober dieses Jahres und läuft bis Ende Juni 2029. Einen ähnlichen Großauftrag gibt es bereits mit Anthropic: Das KI-Unternehmen sicherte sich in einem mehrjährigen Abkommen Rechenleistung von SpaceX im Wert von 1,25 Milliarden US-Dollar pro Monat.

Musk hatte seine eigene KI-Firma xAI in SpaceX integriert und dafür mehrere Rechenzentren errichten lassen. Nach Bekanntwerden der Vereinbarung mit Anthropic sagte er, für die KI-Projekte von SpaceX reiche eines dieser Zentren aus. Bei xAI und inzwischen auch bei SpaceX wird der Chatbot Grok entwickelt. Im Markt spielt er bislang jedoch eine kleinere Rolle als ChatGPT von OpenAI, Claude von Anthropic oder Gemini von Google.

Mit der Vermietung dringend benötigter KI-Rechenleistung an Google und Anthropic stärkt Musk zugleich zwei Rivalen von OpenAI. Mit dem Unternehmen, das er einst mitgegründet hatte, liefert er sich seit Jahren einen offenen Konflikt. Der Aufbau von KI-Infrastruktur verschlingt enorme Summen. Google stellte allein für dieses Jahr Investitionen von bis zu 190 Milliarden US-Dollar in Aussicht, wobei ein großer Teil in Rechenzentren fließen soll.

SpaceX kann zusätzliche Einnahmen gut gebrauchen

SpaceX plant in der kommenden Woche den Gang an die Börse und peilt dabei eine Gesamtbewertung von 1,7 Billionen US-Dollar sowie Rekordeinnahmen von 75 Milliarden US-Dollar an. Diese ambitionierte Bewertung steht allerdings in deutlichem Gegensatz zu den bisherigen Geschäftszahlen: Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden US-Dollar einen Verlust von rund 4,94 Milliarden US-Dollar. Die Erlöse aus der Vermietung von Rechenzentren dürften diese Bilanz spürbar verbessern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen