Nach rund der Hälfte der Bauzeit auf der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg gibt es weiterhin Anlass zur Hoffnung auf eine planmäßige Wiederaufnahme des Zugverkehrs. Nach Angaben der Deutschen Bahn liegen die Arbeiten bislang im Zeitplan. Ziel bleibt, dass ab 10. Juli wieder Züge zwischen den beiden Großstädten fahren. Bei einem Termin an der Baustelle in Laaber im Landkreis Regensburg sagte Verkehrsstaatssekretär Ulrich Lange (CSU): „Drücken wir gemeinsam die Daumen.“
Ersatzbusse inzwischen sehr zuverlässig
Reisende sind derzeit weiter auf Ersatzbusse angewiesen. Nach anfänglichen Problemen und Anpassungen am Fahrplan erreichen diese laut Bahn inzwischen eine Pünktlichkeitsquote von 96 Prozent. Im Schnitt falle nur eine von 200 Verbindungen aus.
Damit arbeitet der Bus-Ersatzverkehr aktuell deutlich verlässlicher als Züge auf mehreren Linien in Bayern.
Damit auch ortsunkundige Fahrgäste die Haltepunkte der auffällig purpurfarbenen Busse finden, sind an größeren Bahnhöfen Mitarbeitende der Busunternehmen und der Bahn im Einsatz.
Umfangreiche Sanierung unter Vollsperrung
Seit Februar läuft in Bayern die erste sogenannte Korridorsanierung der Bahn. Anders als bei vielen einzelnen Baustellen während des laufenden Betriebs wird die stark genutzte Strecke für insgesamt fünf Monate komplett gesperrt und in dieser Zeit grundlegend modernisiert.
Ziel ist ein langfristig stabilerer Zugverkehr mit weniger Störungen und Verspätungen. Zusätzlich wird an 20 Stationen entlang der Strecke gebaut.
Nach Bahnangaben verkehren auf dieser Verbindung normalerweise täglich mehr als 350 Fern-, Regional- und Güterzüge.
Nächste Vollsperrung steht bereits bevor
Noch während des Endspurts der Arbeiten zwischen Nürnberg und Regensburg soll bereits der nächste Abschnitt der Korridorsanierung beginnen: zwischen Obertraubling und Passau. Nach aktueller Planung werden dort vom 14. Juni bis 12. Dezember keine Züge fahren. Auch auf dieser Strecke ist dann ein Ersatzverkehr mit Bussen vorgesehen.
Nicht die gesamte Strecke wird komplett erneuert
Trotz der groß angelegten Arbeiten wird nach Angaben von Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) nicht alles an der Strecke neu. So bleiben etwa manche Brückenerneuerungen wegen aufwendiger Vorplanungen zunächst außen vor. Auch die Digitalisierung der Infrastruktur ist nicht Teil dieser Maßnahme.
Bernreiter machte deshalb deutlich, dass Fahrgäste auch in den kommenden Jahren nicht grundsätzlich vor weiteren Bauarbeiten verschont bleiben werden. Zugleich verwies er auf das Ausmaß des Projekts: Zwischen Nürnberg und Passau würden nun rund 2,4 Milliarden Euro investiert. Würde man alle Maßnahmen einzeln planen und umsetzen, würde das „wahrscheinlich 15 Jahre dauern“. Dafür fehle die Zeit. Deshalb gelte nun: „ein Jahr die Zähne zusammenbeißen“.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion