Nach einer umfangreichen Suchaktion im unterfränkischen Dittelbrunn prüfen Spezialisten derzeit die sichergestellten Spuren im Fall eines seit Monaten vermissten 18-Jährigen, bei dem die Ermittler inzwischen von einem möglichen Tötungsdelikt ausgehen. Nach Angaben der Polizei wurden auf dem Grundstück des Verdächtigen unter anderem DNA-Spuren entdeckt.
DNA, also Desoxyribonukleinsäure, findet sich in menschlichen Zellen etwa in Blut, Speichel, Haaren oder Sperma. Durch den Abgleich mit Vergleichsmaterial lässt sich eine Person nahezu eindeutig identifizieren.
Neben den biologischen Spuren stellte die Polizei am Dienstag auch elektronische Geräte sicher, darunter Mobiltelefone. Die Auswertung dieser Beweise werde einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es von einem Sprecher.
Keine Hinweise bei Suche im Umfeld
Bei der Durchsuchung von Wiesen und Waldflächen in der Nähe des Anwesens wurden laut Polizei jedoch keine Gegenstände oder Spuren gefunden, die auf eine Gewalttat hindeuten. Die Suchmaßnahmen in dem Gebiet sind inzwischen beendet.
Der Tatverdächtige, ein Mann aus dem familiären Umfeld des Vermissten, war am Dienstagmorgen vorläufig festgenommen worden. Zu seinen Aussagen während der Vernehmung machten die Ermittler bislang keine Angaben. Nach Abschluss der Befragung kam er wieder auf freien Fuß.
Wie Oberstaatsanwalt Markus Küstner von der Staatsanwaltschaft Schweinfurt erklärte, besteht ein Anfangsverdacht gegen den Mann. Ob er tatsächlich etwas mit dem Verschwinden des Jugendlichen zu tun hat, müsse nun die weitere Untersuchung klären.
Ermittler gehen von Verbrechen aus
Der 18-Jährige war nach Polizeiangaben zuletzt am frühen Morgen des 30. Oktober 2025 von Freunden in der Schweinfurter Innenstadt gesehen worden. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Im Laufe der Ermittlungen hätten sich inzwischen Anhaltspunkte ergeben, die auf ein Verbrechen schließen lassen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion