Adidas startet mit starkem Quartal ins WM-Jahr
Adidas ist mit einem der erfolgreichsten Quartale der Unternehmensgeschichte in das Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft gestartet. Vorstandschef Bjørn Gulden erklärte in Herzogenaurach, das Turnier 2026 in den USA, Mexiko und Kanada werde für den Konzern von enormer Bedeutung sein. Die Marke werde rund um die WM sehr präsent sein.
Bei dem Turnier werden 14 Nationalmannschaften in Trikots von Adidas antreten. Zudem trägt laut Unternehmen etwa ein Drittel aller Spieler die Marke mit den drei Streifen. Auch sämtliche Spielbälle der WM stammen von Adidas.
USA als Schlüsselmarkt
Die Weltmeisterschaft könnte Adidas auch dabei helfen, seine Position in den USA auszubauen, wo bislang vor allem Konkurrent Nike den Markt prägt. In Nordamerika legte das Unternehmen im ersten Quartal um 12 Prozent zu. Damit fiel das Wachstum stärker aus als in Europa mit 6 Prozent, blieb aber hinter China mit 17 Prozent und Südamerika mit 26 Prozent zurück.
Um in den Vereinigten Staaten bekannter zu werden, setzt Adidas seit längerem auf mehr Präsenz im Sport, etwa durch Ausrüsterverträge mit College-Teams in populären US-Sportarten wie American Football und Basketball.
In den ersten drei Monaten 2026 stieg der Umsatz laut Konzern um etwas mehr als 7 Prozent auf rund 6,6 Milliarden Euro. Währungsbereinigt lag das Plus bei 14 Prozent. Der starke Euro belastete die Erlöse allerdings mit etwa 350 Millionen Euro.
Vorsicht wegen hoher Rabatte
Belastend wirken derzeit vor allem in Europa, aber auch in den USA, starke Preisnachlässe im Handel. Deshalb geht Adidas vorsichtiger bei der Belieferung von Großhändlern vor. Besonders betroffen ist der Lifestyle-Bereich, also klassische Sneaker-Modelle, die eher im Alltag als beim Sport getragen werden.
Gulden betonte, man hoffe auf eine Beruhigung der Marktlage und auf wieder normalere Rabattniveaus. Darauf habe das Unternehmen jedoch nur begrenzten Einfluss.
Die Adidas-Aktie, die zuletzt trotz guter Geschäftszahlen schwächer tendiert hatte, reagierte deutlich positiv. Analysten verwiesen auf die starke Entwicklung von Marke und Umsatz. Gerade in einem schwierigen und zunehmend zersplitterten Markt für Sportbekleidung sei das keine Selbstverständlichkeit, hieß es unter anderem von RBC-Analyst Piral Dadhania.
Deutlich höherer Gewinn
Das operative Ergebnis verbesserte sich trotz negativer Währungseffekte und Zöllen um 15,5 Prozent auf 705 Millionen Euro. Damit übertraf Adidas die Erwartungen der Analysten sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Gewinn. Der Gewinn, der auf die Anteilseigner entfällt, stieg um 12,6 Prozent auf 482 Millionen Euro.
An seinem Ausblick für das Gesamtjahr hält der Konzern fest. Der Umsatz soll 2026 währungsbereinigt im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Das entspräche nominal einem Zuwachs von rund 2 Milliarden Euro. Bereits 2025 waren die Erlöse der Marke Adidas währungsbereinigt um 13 Prozent auf 24,8 Milliarden Euro gestiegen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion