Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat angekündigt, die Kunstmesse Art Cologne gezielt stärken zu wollen. Zur Eröffnung in Köln sagte er, der Bund habe ein großes Interesse daran, dass die älteste Kunstmesse der Welt weiter wachse und international noch mehr Ausstrahlung gewinne.
Weimer betonte, dass Galeristen und Künstler die Art Cologne als einen zentralen Ort für ihr Schaffen und ihre Leidenschaft wahrnähmen. Mit Blick auf das 60-jährige Jubiläum der Messe im Jahr 2027 solle die bisherige Förderung des Bundes ausgebaut und intensiviert werden. Konkrete Maßnahmen müssten jedoch erst gemeinsam mit den beteiligten Akteuren entwickelt werden. Denkbar sei etwa ein Kongress, der den Austausch zwischen Kunst und Politik fördere.
Hug sieht den Markt "vorsichtig optimistisch"
Noch bis Sonntag präsentieren sich auf der Art Cologne 164 Galerien und Kunsthändler aus 22 Ländern. Sie hoffen auf erfolgreiche Verkäufe in einem Preisrahmen, der von einigen tausend Euro bis hin zu Millionenbeträgen reicht. Zu den hochpreisigen Werken zählen unter anderem Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner und der im August verstorbenen japanischen Künstlerin Yayoi Kusama.
Art-Cologne-Direktor Daniel Hug erklärte, er blicke derzeit "vorsichtig optimistisch" auf den Kunstmarkt. Aus seiner Sicht habe sich die Lage in vielen Bereichen stabilisiert, auch wenn es weiterhin Herausforderungen gebe. Zugleich werde die Bedeutung regionaler Bindungen für Kunstmessen weltweit immer größer. Internationale Offenheit und regionale Verwurzelung stünden für ihn nicht im Widerspruch, sondern gehörten gerade in Köln eng zusammen.

Hoffnungsträgerin Generation Z
Nach Einschätzung von Hug unterscheide sich der deutsche Kunstmarkt deutlich vom US-Markt. Während in Amerika wohlhabende Spekulanten eine größere Rolle spielten, werde der Markt hierzulande vor allem von einer breiten Mittelschicht an Sammlern getragen. In Deutschland werde Kunst nach wie vor häufig aus echter Begeisterung heraus gekauft. Zudem gebe es viele junge Interessierte, die gezielt Arbeiten jüngerer Künstler erwarben.
Auch Weimer sieht in der Generation Z Potenzial für die Zukunft des Kunstmarkts. Er bezeichnete sie als eine interessante Hoffnungsperspektive. In den USA sei diese Altersgruppe bereits auffallend aktiv beim Kunstkauf. Daraus könne sich auch in Deutschland die Chance ergeben, dass junge Käufer den Markt in den kommenden Jahren neu beleben.
In diesem Jahr arbeitet die Art Cologne zudem mit der Kölner Museumsnacht zusammen. Besucher der Messe erhalten am Samstag Zugang zu 13 teilnehmenden Museen. Im Gegenzug können auch Inhaber eines Tickets für die Museumsnacht die Art Cologne besuchen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber