Wirtschaft

Dritte Verhandlung: IG Metall legt Überraschungsplan vor

Plötzlich Bewegung im Tarifpoker: IG Metall legt neuen Plan vor – ist das der Durchbruch im Streit der Branche?

05.11.2026, 14:38 Uhr

IG Metall legt im Tarifstreit neuen Vorschlag vor

Im Tarifkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall einen neuen Lösungsansatz präsentiert. Nach der dritten Verhandlungsrunde im baden-württembergischen Ludwigsburg erklärte die Gewerkschaft, sie sei bereit, gemeinsam mit den Arbeitgebern eine befristete tarifliche Vereinbarung auszuarbeiten.

Nach Vorstellung der IG Metall sollen Investitionen in Produkte mit Zukunft an verbindliche Zusagen für Standorte, Beschäftigung und Ausbildung gekoppelt werden. Die geplante tarifliche Regelung solle nur in klar umrissenen Ausnahmefällen greifen.

Gewerkschaft verlangt Reaktion bis Montag

Von den Arbeitgebern erwartet die IG Metall bis Montag eine Rückmeldung. An diesem Tag werden die Gespräche in Düsseldorf fortgesetzt. Vertreter aus Nordrhein-Westfalen waren bereits bei den Verhandlungen in Ludwigsburg anwesend. Auch Delegationen von Arbeitgebern und Gewerkschaft aus Baden-Württemberg wollen zu den weiteren Gesprächen in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt reisen.

Peter Sebastian Krause, Chef des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, bezeichnete den Vorstoß der Gewerkschaft nach der rund einstündigen Verhandlung als interessant. Er könne hilfreich sein und möglicherweise einen Ansatz bieten, um in der laufenden Tarifrunde Fortschritte zu erzielen. Zugleich machte Krause deutlich, dass beide Seiten bei einem umfassenden Gesamtpaket weiterhin weit auseinanderliegen.

Bisher kein Durchbruch in den Verhandlungen

In der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland sind etwa 3,7 Millionen Menschen beschäftigt. Zu den zentralen Bereichen gehören unter anderem die Autoindustrie, der Maschinenbau, die Elektrobranche und die Metallerzeugung.

In den ersten beiden Verhandlungsrunden war keine Einigung in Sicht. Die IG Metall verlangt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten eine Lohnerhöhung von 5 Prozent sowie Garantien für Arbeitsplätze und Standorte.

Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Runde ein Angebot vorgelegt, das für das kommende Jahr eine Einmalzahlung sowie eine gestaffelte Erhöhung um 1,3 Prozent ab Juli 2028 vorsieht. Sie begründeten das aus ihrer Sicht zurückhaltende Angebot mit der angespannten wirtschaftlichen Lage und den hohen Kosten für die Industrie in Deutschland.

Warnstreiks werden zunächst fortgesetzt

Seit dem Ende der Friedenspflicht am Sonntag hat die IG Metall bundesweit Zehntausende Beschäftigte zu kurzfristigen Warnstreiks mobilisiert. Sollte es keine Annäherung geben, könnten als nächster Schritt ganztägige Warnstreiks folgen, für die die Gewerkschaft Streikgeld zahlen würde.

Die Bezirksleiterin der IG Metall in Baden-Württemberg, Barbara Resch, erklärte, man habe sich darauf verständigt, die laufenden Warnstreiks bis zu den Verhandlungen am Montagmittag fortzusetzen. Im Anschluss solle entschieden werden, wie es weitergeht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen