Bauarbeiten auf der Bahnstrecke Hamburg–Hannover: Was Fahrgäste wissen müssen
Auf einer der bedeutendsten Bahnverbindungen Deutschlands starten Anfang Mai umfangreiche Modernisierungsarbeiten. Die Deutsche Bahn will mit einer sogenannten Qualitätsoffensive die stark belastete Strecke zwischen Hamburg und Hannover stabiler machen. Für Reisende und Pendler bedeutet das jedoch wochenlange Einschränkungen.
Was wird auf der Strecke gemacht?
Ab dem 1. Mai beginnt die Deutsche Bahn mit der Sanierung der rund 163 Kilometer langen Verbindung Hamburg–Hannover. Nach Angaben von DB InfraGo werden dabei unter anderem Gleise, Weichen, Oberleitungen, Brücken und Bahnhöfe erneuert oder modernisiert. Vorgesehen ist unter anderem der Austausch von etwa 66 Kilometern Gleis sowie zahlreicher Weichen.
Die Arbeiten sind Teil eines größeren Sanierungskonzepts. Zunächst soll die Strecke kurzfristig verbessert werden, bevor im Jahr 2029 eine umfassende Generalsanierung des gesamten Korridors geplant ist. Damit sollen Zuverlässigkeit und Kapazität des Bahnverkehrs steigen.
Warum ist die Verbindung so bedeutsam?
Die Strecke Hamburg–Hannover zählt zu den am stärksten genutzten Bahnlinien in Deutschland. Nach Bahnangaben liegt die Auslastung teilweise sogar deutlich über 100 Prozent. Sie ist außerdem eine zentrale Route für den Güterverkehr und verbindet den Hamburger Hafen mit Süddeutschland sowie dem übrigen Europa.
Nach Angaben von DB InfraGo fährt etwa jeder vierte Güterwagen in Deutschland von oder nach Hamburg. Entsprechend wichtig ist die Trasse für Industrie, Handel und Logistik.
Wie lange wird gebaut?
Die Qualitätsoffensive läuft vom 1. Mai bis zum 10. Juli. Die Maßnahmen werden in mehreren Etappen umgesetzt.
- Ab 1. Mai wird zunächst der Abschnitt zwischen Celle und Hannover gesperrt.
- Ab 14. Juni folgt dann eine Vollsperrung zwischen Lüneburg und Hannover. In diesem Zeitraum können dort keine Züge mehr verkehren.
Welche Folgen hat das für Fahrgäste?
Reisende müssen sich auf deutliche Einschränkungen einstellen. Zahlreiche Regionalzüge fallen aus, Fern- und Güterzüge werden umgeleitet. Dadurch kommt es zu längeren Fahrzeiten, zusätzlichen Umstiegen und veränderten Fahrplänen.
Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) weist darauf hin, dass Pendler mit wechselnden Regelungen und zusätzlichem Aufwand rechnen müssen. Auch die Eisenbahngesellschaft Metronom spricht von einer Phase, die „viel Geduld“ erfordern werde.
Welche Ersatzangebote sind geplant?
Für ausfallende Zugverbindungen wird ein umfangreicher Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Busse sollen unter anderem zwischen Lüneburg, Uelzen und Langenhagen verkehren. Außerdem bleiben einige Zugverbindungen auf Teilstrecken bestehen.
So sind zwischen Hannover und Celle zusätzliche S-Bahnen vorgesehen. Auf dem Abschnitt zwischen Uelzen und Hamburg soll es weiterhin ein eingeschränktes Zugangebot geben. Die LNVG betont, alles dafür getan zu haben, ein möglichst verlässliches Ersatzkonzept aufzustellen.
Gibt es Kritik an den Bauplänen?
Ja. Vor allem die LNVG bemängelt kurzfristige Änderungen im Ablauf. Grund dafür sind Verzögerungen bei Bauarbeiten auf einer anderen wichtigen Strecke, nämlich zwischen Hamburg und Berlin, die Anpassungen erforderlich gemacht haben.
LNVG-Chefin Carmen Schwabl sagte, die Änderungen hätten alle Beteiligten vor enorme Herausforderungen gestellt. Zugleich forderte sie, die jetzigen Sperrzeiten konsequent zu nutzen und bis zur geplanten Generalsanierung im Jahr 2029 möglichst auf weitere größere Baustellen zu verzichten.
Was bringt die Sanierung langfristig?
Die aktuellen Arbeiten sind nur der erste Schritt. Für 2029 plant die Deutsche Bahn eine mehrmonatige Generalsanierung des gesamten Korridors. Dann sollen zahlreiche Maßnahmen gebündelt umgesetzt werden, um die Strecke grundlegend zu modernisieren.
Nach Darstellung der Bahn soll das Netz dadurch leistungsfähiger und weniger störanfällig werden. Nach einer solchen Generalsanierung seien dann für mehrere Jahre keine größeren Bauarbeiten mehr nötig.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion