Manche halten Schafe für einfältig, weil sie oft regungslos auf der Weide stehen oder brav hintereinander herlaufen. Doch dieses Bild könnte sich ändern, meint Schauspieler und Komiker Bastian Pastewka. Mit Blick auf den Film „Glennkill: Ein Schafskrimi“ sagte der 54-Jährige: „Nach diesem Film sicher nicht mehr.“ In der Produktion spricht er das freundliche Schaf Mopple.
Auch Anke Engelke stellte sich bei der Deutschlandpremiere am Dienstagabend in Berlin demonstrativ auf die Seite der Tiere. Auf dem diesmal nicht roten, sondern passend grasgrünen Premierenteppich betonte sie, dass man spätestens nach dem Film merke: Schafe können nur im Team stark sein. Pastewka ergänzte, daran könne sich auch der Mensch ein Beispiel nehmen.
Schlechtes nicht einfach ausblenden
Eine Eigenschaft der Film-Schafe möchten die beiden allerdings nicht übernehmen: belastende Erlebnisse einfach wegzuzählen und zu vergessen. Pastewka sagte am Rande der Premiere, gerade das Erinnern an eigene Taten und Erfahrungen mache den Menschen aus.
Auch Engelke hält nichts davon, schwierige Dinge zu verdrängen – gerade nicht in krisenhaften Zeiten. Man könne nur aus Vergangenem lernen, wenn man sich damit auseinandersetze, erklärte sie. Geschehenes verschwinde nicht dadurch, dass man es ignoriere.
Das gelte ebenso für schmerzhafte private Erfahrungen. Solche Erlebnisse könne man vielleicht zeitweise beiseitelegen, sagte Engelke, aber irgendwann müsse man sie wieder hervorholen und sich damit beschäftigen – mit Trauer, Schmerz und allem, was dazugehört. Das sei wichtig, um damit umgehen zu können.
Zwischen Atemgeräuschen und Mähs
In „Glennkill: Ein Schafskrimi“, der Verfilmung des internationalen Bestsellers von Leonie Swann und ab 14. Mai im Kino zu sehen, leiht Engelke der Ermittlerin Lily ihre Stimme – dem klügsten Schaf der Herde.
Die Arbeit im Synchronstudio sei dabei manchmal durchaus speziell gewesen, erzählte sie dem Publikum in der Berliner KulturBrauerei. Mitunter bestehe eine Szene aus nichts weiter als Atemgeräuschen, einem Mähen und wieder Atemzügen.
Für Engelke ist das dennoch echte Schauspielarbeit. Sie hat bereits mehreren bekannten Tierfiguren ihre Stimme gegeben, darunter Dorie aus „Findet Nemo“. Ob Schaf, Mensch, Fisch oder Maus spiele für sie keine große Rolle – entscheidend seien eine gute Geschichte und eine spannende Figur.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion