Hessen

Tödliche E-Roller-Crashes: Frankfurts brisanter Prozess läuft

Lachgas, Tempo, dann das Unfassbare: Zwei Brüder sterben, ein weiterer Mann ringt nach der Horrorfahrt schwer verletzt ums Leben.

29.06.2026, 12:09 Uhr

Prozessauftakt in Frankfurt nach tödlicher Fahrt mit E-Scooter-Opfern

Zum Auftakt des Frankfurter Prozesses wegen versuchten Mordes und fahrlässiger Tötung hat die Verteidigerin des Angeklagten das Geschehen als „menschliche Katastrophe“ bezeichnet. Das Leid treffe nicht nur die Opfer und ihre Angehörigen, sondern auch ihren Mandanten. Bei ihm handele es sich um „einen ganz normalen jungen Mann, der nun im Gefängnis sitzt“. Zum Zeitpunkt des Unfalls sei er nicht Herr seiner Sinne gewesen, sondern habe sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem inzwischen 24 Jahre alten Mann aus Bad Kreuznach vor, in der Nacht zum 6. Juli 2025 nach dem Konsum von Lachgas mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch die Frankfurter Innenstadt gefahren zu sein. Sein Wagen soll von der Spur abgekommen sein und den E-Scooter von zwei 23-jährigen Zwillingsbrüdern gerammt haben, die gemeinsam auf dem Roller unterwegs waren. Einer der Brüder starb noch an der Unfallstelle, der andere wenig später in derselben Nacht im Krankenhaus.

Weitere Kollision und Flucht

Kurz darauf soll der Angeklagte mit seinem Auto noch einen weiteren E-Scooter-Fahrer erfasst haben. Der 27-Jährige wurde laut Anklage mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe geschleudert und blieb anschließend über eine Strecke von rund 70 Metern auf der Motorhaube liegen. Er erlitt schwerste Verletzungen. Der Fahrer soll danach vom Unfallort geflohen sein.

Nach der bisherigen Planung der Schwurgerichtskammer soll der Prozess bis Mitte September dauern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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