Wirtschaft

Übernahmekrimi: Commerzbank attackiert Unicredit

Übernahme-Krimi um die Commerzbank: Unicredit erhöht den Druck – doch Frankfurt wirft den Italienern Widersprüche vor.

25.06.2026, 09:15 Uhr

Großanleger stehen der Commerzbank im Übernahmekampf mit der Unicredit nach Angaben des Instituts weiterhin mehrheitlich bei. Die Frankfurter Bank erklärte, dass sich ihre Aktionärsstruktur trotz des laufenden Angebots zur Übernahme bislang kaum verändert habe.

Nach Darstellung der Commerzbank haben große Investoren wie Fonds bisher nur etwas mehr als ein Prozent ihrer Aktien an die italienische Bank übertragen. Von Privatanlegern stammten demnach lediglich rund 0,05 Prozent der angedienten Papiere, während der überwiegende Teil von Banken komme.

Der übrige Streubesitz verteile sich auf mehrere hundert institutionelle Investoren sowie mehr als 500.000 private Aktionäre, teilte die Bank mit. Damit reagierte sie auf Aussagen der Unicredit, wonach nahezu alle aktiven Großinvestoren ihre Commerzbank-Anteile bereits verkauft oder zum Tausch eingereicht hätten.

Zweifel an der Darstellung der Unicredit

Innerhalb der regulären Annahmefrist war das Tauschangebot der Unicredit für 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien akzeptiert worden. Die Frist wurde inzwischen bis zum 3. Juli verlängert.

Die Commerzbank wirft der Unicredit vor, ihre Beteiligung möglicherweise künstlich größer erscheinen zu lassen, um den Eindruck eines schnellen Fortschritts bei der Übernahme zu erzeugen. Nach Einschätzung der Frankfurter stammen die angedienten Aktien vor allem von Banken, mit denen die Unicredit über Finanzinstrumente verbunden ist, und nicht von unabhängigen Aktionären. Die italienische Großbank hat diese Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen.

Die Commerzbank empfiehlt ihren Anteilseignern weiterhin, das Angebot nicht anzunehmen. Zur Begründung verweist sie darauf, dass keine angemessene Übernahmeprämie geboten werde. Die Unicredit bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Aktien.

Aus Sicht der Unicredit verfehlt die Kritik den Kern des Vorhabens. Die Bank argumentiert, dass durch den Zusammenschluss ein europäisches Großinstitut entstehen könne, das im Wettbewerb mit großen US-Banken besser aufgestellt wäre. In Deutschland ist die Unicredit bereits über die Hypovereinsbank präsent. Zugleich sieht sie bei einer Übernahme Einsparpotenzial in Milliardenhöhe, das auch mit dem Abbau mehrerer tausend Arbeitsplätze verbunden sein könnte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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