Hessen

Plötzlich taucht Bekennerbrief zu Rheinmetall-Brand auf

Brand bei Rheinmetall: Polizei geht von Brandstiftung aus – nun sorgt eine heiße Spur zu möglichen Tätern für Aufsehen.

31.10.2026, 15:29 Uhr

Nach dem mutmaßlich vorsätzlich gelegten Feuer auf einer Baustelle des Rüstungskonzerns Rheinmetall am Flughafen Kassel-Calden wertet die Polizei ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben aus. Der Text war auf einer Plattform erschienen, die vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft wird. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Nordhessen wird das Schreiben im Rahmen der weiteren Ermittlungen intensiv geprüft.

Die Ermittler gehen weiterhin von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Zugleich bitten sie mögliche Zeugen um Hinweise, falls sie zur Tatzeit verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Zuständig ist die Kriminalinspektion Staatsschutz beim Polizeipräsidium Nordhessen.

In der Nacht zum Freitag waren auf dem Baustellengelände drei Baufahrzeuge in Brand geraten. Ein Zeuge alarmierte gegen 3.15 Uhr Feuerwehr und Polizei. Die Feuerwehr konnte die Flammen löschen. Nach Polizeiangaben wurden auch weitere Maschinen beschädigt, die in unmittelbarer Nähe standen.

Innenminister spricht von „gezieltem Angriff“

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) wertete den Vorfall als „gezielten Angriff“. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte er, der Fall sei ein weiterer Hinweis auf eine Radikalisierung der linksextremen Szene. Nach seinen Angaben registrieren die Sicherheitsbehörden sowohl ein wachsendes Personenpotenzial als auch mehr schwere Straf- und Gewalttaten.

Poseck verwies zudem auf weitere mutmaßlich linksextrem motivierte Straftaten in Hessen. So sei im September ein Anschlag auf ein CDU-Büro in Offenbach verübt worden. Zuvor waren unter anderem in Kassel vier Fahrzeuge der Bundeswehr sowie mehrere Transportfahrzeuge des Regierungspräsidiums Gießen in Brand gesetzt worden.

Ausbau von Logistik- und Drohnenstandort geplant

Nach Angaben der Ermittler entsteht auf dem Gelände ein künftiges Logistik- und Trainingszentrum sowie ein Testzentrum für Drohnen am Kassel Airport. Rheinmetall und das Land Hessen hatten im August angekündigt, mehr als 260 Millionen Euro in den Standort zu investieren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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