Ganztagsanspruch in Bayern laut Sozialministerium ohne größere Schwierigkeiten gestartet
Nach Einschätzung des bayerischen Sozialministeriums verläuft die Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder ab der ersten Klasse reibungslos. Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) erklärte bei einer Feierstunde am Schulzentrum im oberfränkischen Rehau, der Start in Bayern sei gelungen. Zugleich sicherte sie zu, dass der Freistaat jede Betreuungsstätte finanziell unterstützen werde, die von den Kommunen bis 2029 geschaffen wird.
Lehrerverband sieht dennoch mögliche Engpässe
Vor dem Beginn des Schuljahres waren allerdings auch skeptische Stimmen laut geworden. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hatte zwar erwartet, dass der Start mit den Erstklässlern grundsätzlich funktionieren werde, zugleich aber auf mögliche Engpässe hingewiesen. Nach Einschätzung des Verbands könnte der Rechtsanspruch zwar erfüllt werden, in einigen Fällen jedoch auf Kosten älterer Grundschulkinder, die dadurch ihren bisherigen Platz verlieren könnten. Außerdem wurde kritisiert, dass vielerorts kein pädagogisch hochwertiger gebundener Ganztag angeboten werde.
Schwierigkeiten auch in anderen Bundesländern
Nicht nur in Bayern gab es im Vorfeld Diskussionen über die Umsetzung. Auch in anderen Ländern traten bei der Einführung Probleme auf. Teilweise fehlten noch geeignete Räume, etwa für die Mittagsverpflegung der Kinder.
Rehau als positives Beispiel hervorgehoben
Als gelungenes Beispiel nannte Scharf das Schulzentrum in Rehau mit der Gutenberg-Grund- und Mittelschule sowie einer staatlichen Realschule. Durch die umfassende Sanierung seien dort sehr gute Voraussetzungen für eine ganztägige Betreuung entstanden. Nach Angaben der Ministerin vereint der Campus unter anderem einen M-Zug, offene Ganztagsangebote und gebundene Ganztagsklassen. Zudem arbeiten beide Schulen im Rahmen einer Kooperation eng zusammen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber