Hessen

Malaria-Alarm am Frankfurter Airport: Behörde warnt vor Mücken

Neue Malaria-Fälle in Frankfurt geben Rätsel auf: Steckt der Flughafen dahinter? Warum das Gesundheitsamt jetzt warnt.

17.09.2026, 04:30 Uhr

Frankfurt rät nach zwei neuen Malaria-Fällen zu konsequentem Mückenschutz

Nach der Entdeckung von zwei weiteren Malaria-Erkrankungen empfiehlt die Stadt Frankfurt am Main einen sorgfältigen Schutz vor Mückenstichen. Das Gesundheitsamt rät zu Repellentien und möglichst bedeckender Kleidung. Solche Mittel halten Mücken etwa als Spray durch bestimmte Duftstoffe fern.

Zusätzlich könne das Stichrisiko in Wohnungen durch Fliegengitter verringert werden. Insgesamt bewertet die Behörde die Gefahr einer Malaria-Infektion für die Bevölkerung aber weiterhin als sehr gering. Als Grund nennt sie die in Deutschland ungünstigen klimatischen Bedingungen für den Entwicklungszyklus von Mücke und Erreger.

Bereits am Dienstag hatte das Gesundheitsamt mitgeteilt, dass zwei Menschen aus dem Umfeld des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt sind. Nach derzeitiger Einschätzung könnte eine Mücke die Infektion übertragen haben, die mit einem Flugzeug nach Frankfurt gelangte. Schon im Sommer waren sechs Beschäftigte des Flughafens an sogenannter Flughafen-Malaria erkrankt, zwei von ihnen starben.

Flughafen-Malaria bleibt in Deutschland ein seltener Ausnahmefall

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) kommen Fälle von Flughafen-Malaria in Deutschland nur sehr selten vor. Eine 2024 im Fachjournal Eurosurveillance veröffentlichte Studie zeigt, wie ungewöhnlich solche Übertragungen auch in Europa insgesamt sind.

Demnach wurden im Jahr 2022 mehr als 99 Prozent der 6.131 in Europa erfassten Malaria-Fälle aus Endemiegebieten eingeschleppt, also aus Regionen, in denen die Krankheit regelmäßig oder dauerhaft vorkommt. Für den Zeitraum von 1969 bis Anfang 2024 fanden sich in Datenbanken 145 Fälle, bei denen sich Menschen in Europa selbst infiziert hatten.

Mindestens 105 dieser Fälle, möglicherweise sogar bis zu 113, wurden als Flughafen-Malaria eingestuft. Am häufigsten betroffen waren Frankreich mit 52 Fällen, Belgien mit 19 und Deutschland mit 9 Fällen. Davon entfielen 8 auf Frankfurt und 1 auf München. Viele Betroffene lebten oder arbeiteten in der Nähe eines internationalen Flughafens.

Auch Gepäck-Malaria wurde dokumentiert

Die Studie nennt außerdem 32 Fälle von sogenannter Gepäck-Malaria. Dabei wurde eine infizierte Mücke im Gepäck transportiert, und die Ansteckung erfolgte fernab eines Flughafens. Drei dieser Fälle betrafen Deutschland. Bei acht Erkrankungen blieb unklar, ob sie der Flughafen- oder der Gepäck-Malaria zuzurechnen sind.

Die meisten bekannten Fälle traten im Sommer auf

Die Mehrzahl der registrierten Fälle von Flughafen-Malaria ereignete sich in den Sommermonaten: 83 von 105. Die Forschenden betonen, dass die Umweltbedingungen dabei vermutlich eine Schlüsselrolle spielen, weil die infizierte Mücke am Zielflughafen überhaupt überleben können muss.

Zugleich weisen sie darauf hin, dass es keine zentrale Erfassung solcher Fälle gibt. In Deutschland wurden dem RKI zufolge 2024 insgesamt 934 Malaria-Fälle gemeldet, darunter vier Todesfälle.

Zusammenhang mit früheren Fällen wird weiter geprüft

Die beiden neu Erkrankten stammen aus dem Frankfurter Stadtteil Schwanheim nahe dem Flughafen und werden stationär behandelt. Weitere Angaben zu ihrer Person oder ihrem Gesundheitszustand machte das Amt nicht. Derzeit wird untersucht, unter welchen Umständen es zu den Infektionen kam und ob ein Zusammenhang mit den sechs bereits bekannten Fällen aus dem Sommer besteht.

Das Frankfurter Gesundheitsamt ruft sowohl die Bevölkerung als auch Ärztinnen und Ärzte dazu auf, bei passenden Beschwerden auch an Flughafen-Malaria zu denken. Zudem läuft ein Mücken-Monitoring, das inzwischen auf Schwanheim ausgeweitet wurde.

Malaria kann lebensbedrohlich verlaufen

Nach Angaben des Auswärtigen Amts ist Malaria eine lebensbedrohliche Krankheit, die durch Mücken übertragen wird. Besonders bei Risikogruppen kann sie schwere Komplikationen verursachen und bis hin zu Koma oder Tod führen. Schutz vor Mückenstichen sowie vorbeugende Medikamente können das Erkrankungsrisiko senken.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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