Bayern

Anklage: Pfleger soll 24 Behinderte missbraucht haben

Spur aus den USA, schlimmer Verdacht in Oberfranken: Ein Pfleger soll in drei Heimen Schutzbedürftige missbraucht haben.

17.09.2026, 10:35 Uhr

Anklage gegen Pfleger in Oberfranken wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs

Ein 33-jähriger Heilerziehungspfleger ist in Oberfranken angeklagt worden, weil er über Jahre hinweg behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene sexuell missbraucht haben soll. Wie die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg angesiedelte Zentralstelle Cybercrime Bayern mitteilte, wurde die Anklage beim Landgericht Bayreuth erhoben.

Nach Angaben der Ermittler sollen sich die Taten seit Oktober 2018 in drei Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in den Landkreisen Hof, Bayreuth und Lichtenfels ereignet haben. Insgesamt gehen die Behörden von 24 Betroffenen aus. Diese seien wegen ihrer schweren körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen nicht in der Lage gewesen, die Übergriffe als Straftaten zu erkennen und einzuordnen.

Das Landgericht Bayreuth muss nun darüber entscheiden, ob es zu einem Prozess kommt. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

Ermittlungen nach Hinweis aus den USA

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch einen Hinweis des US-amerikanischen National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC). Demnach sollen zahlreiche Dateien mit kinderpornografischem Inhalt in einen Cloud-Speicher hochgeladen worden sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen unter anderem die Herstellung und den Besitz kinderpornografischer Inhalte, den sexuellen Missbrauch von Kindern sowie von kranken und hilfsbedürftigen Menschen in Einrichtungen vor. Hinzu kommen Vorwürfe wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen.

Laut Anklage soll der Mann Aufnahmen vom Intimbereich unbekleideter Opfer gemacht haben, darunter auch von Kindern unter 14 Jahren. In mehreren Fällen soll er Pflegebedürftige zudem unsittlich berührt haben.

Tausende Dateien auf Datenträgern gefunden

Im März durchsuchten Ermittler die Wohnung des Verdächtigen. Auf beschlagnahmten elektronischen Speichermedien fanden sie nach Behördenangaben mehr als 38.000 Bilddateien und über 600 Videodateien mit kinderpornografischem Inhalt.

Der 33-Jährige befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe zwischen einem und 15 Jahren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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