Borussia Dortmund hat sich nach einem Kraftakt an die Spitze der Bundesliga geschoben. Im traditionsreichen Duell mit Eintracht Frankfurt setzte sich der BVB vor ausverkauftem Haus im Signal Iduna Park mit 1:0 (0:0) durch. Den entscheidenden Treffer erzielte Joker Maximilian Beier in der 80. Minute.
Nach dem Abpfiff feierten die Dortmunder Profis den hart erkämpften Sieg mit ihren Fans vor der Südtribüne, Trainer Niko Kovac fiel die Erleichterung sichtbar ab. Mit nun 17 Punkten aus sieben Spielen zieht der BVB vorerst wieder an Bayern München vorbei. Der Rekordmeister kann am Sonntag beim SC Freiburg jedoch wieder kontern, ehe es am kommenden Samstag zum direkten Duell in München kommt.
Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck blickte entsprechend selbstbewusst voraus. Seine Mannschaft sei weiter ungeschlagen und wolle auch beim FC Bayern ein gutes Spiel zeigen. Sportchef Ole Book sprach von einer Partie, die "das ganze Land elektrisiert", betonte aber zugleich, dass der Fokus intern noch nicht voll auf München liege. Zunächst stehe am Dienstag im DFB-Pokal gegen Werder Bremen ein "ganz wichtiges Spiel" an.
Atubolu hält Frankfurt lange im Spiel
Trotz der kräftezehrenden Auswärtsreisen nach Bodö, Berlin und Baku mit insgesamt mehr als 11.000 Kilometern zeigte sich Dortmund vor eigenem Publikum von Beginn an um Kontrolle bemüht. Auf der Tribüne verfolgte auch Jürgen Klopp die Partie. Frankfurt verteidigte tief und setzte mit Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib auf Tempo in der Spitze.
Zunächst tat sich der BVB schwer, aus dem hohen Ballbesitz klare Chancen zu kreieren. Die erste große Möglichkeit entstand aus der Distanz: Serhou Guirassy zog aus rund 20 Metern flach ab, doch Noah Atubolu lenkte den Ball stark um den Pfosten (15.).
Wenig später blieb der Frankfurter Keeper erneut Sieger gegen Guirassy. Der Angreifer lief allein auf Atubolu zu, scheiterte mit seinem Lupfer aber am reaktionsschnellen Schlussmann, der lange stehen blieb und mit einer Hand parierte (17.).
Latte rettet für die Eintracht
Nach den Dortmunder Möglichkeiten meldete sich auch Frankfurt offensiv an. Burkardt kam an der Strafraumkante zum Abschluss, verfehlte das Tor der Gastgeber mit einem Flachschuss jedoch knapp (27.).
Die Antwort des BVB folgte prompt: Nach einer Verlagerung kam Daniel Svensson links im Strafraum volley zum Schuss. Der Ball wurde noch abgefälscht und senkte sich als Bogenlampe an die Latte des Frankfurter Tores. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit war Dortmund die Belastung der vergangenen Tage zunehmend anzumerken, das Tempo nahm sichtbar ab.
Kreative Ideen fehlen lange
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Dortmund bestimmte die Partie, Frankfurt wartete auf Umschaltmomente. Wieder half den Gästen das Aluminium: Nach einer Ecke setzte Guirassy einen wuchtigen Kopfball an die Querlatte (55.).
Ohne den verletzten Konstantinos Karetsas fehlte dem Dortmunder Offensivspiel im Ballbesitz über weite Strecken die kreative Note. Gefährlich wurde der BVB deshalb vor allem nach Standardsituationen oder Distanzschüssen.
Kovac reagierte im weiteren Verlauf mit drei frischen Kräften, um die Offensive zu beleben. Der entscheidende Impuls kam schließlich von Beier. Der kurz zuvor eingewechselte Außenbahnspieler zog in der 80. Minute von der linken Strafraumkante ab und traf sehenswert ins lange Eck zum umjubelten Siegtreffer.
Beier sprach hinterher von intensiven Wochen, betonte aber zugleich die Freude der Mannschaft am Fußball. Auch Sportchef Book ordnete die Leistung nüchtern ein: Ein großes Offensivspektakel sei es zwar nicht gewesen, in dieser belastenden Phase mit vielen Spielen sei das aber auch nicht zwingend zu erwarten. Entscheidend sei die gewonnene Stabilität.
Auf Dortmund wartet nun eine richtungsweisende Woche in der noch jungen Saison: Erst das Pokalduell mit Werder Bremen, dann das Bundesliga-Spitzenspiel beim FC Bayern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber