Fußball

HSV-Schock: Leihgabe Philippe stoppt Hamburg

Lange passiert kaum etwas – dann dreht Paderborn auf. Und am Ende entscheidet ausgerechnet ein Joker das zähe Duell.

24.10.2026, 17:38 Uhr

Paderborn stoppt HSV-Serie: Ausgerechnet Leihspieler Philippe trifft spät

Der SC Paderborn hat dem Hamburger SV die vierte Bundesliga-Siegesserie in Folge verdorben. Beim 1:0 (0:0) vor eigenem Publikum sorgte ausgerechnet Rayan Philippe, aktuell vom HSV ausgeliehen, kurz vor Schluss für die Entscheidung. Während sich die Ostwestfalen mit dem Heimerfolg aus dem Tabellenkeller etwas nach oben schieben, bleibt Hamburg im Mittelfeld hängen.

Philippe, der erst im Sommer per Leihe nach Paderborn gewechselt war, kam in der Schlussphase ins Spiel und erzielte in der 88. Minute den Siegtreffer. Zuvor hatten die Gastgeber bereits gute Möglichkeiten ausgelassen: Direkt nach dem Seitenwechsel scheiterte Santiago Castañeda, später traf Laurin Curda nur den Pfosten (73.).

Paderborns Trainer Ralf Kettemann hatte den HSV im Vorfeld als unangenehmen Gegner eingeschätzt. Mit Blick auf die jüngsten Erfolge der Hamburger sprach er von einer Mannschaft mit viel Selbstvertrauen. Zudem betonte er die stabile Defensive des HSV, gegen die es schwer werde, Lücken zu finden. Sein Team hatte zwar früh mehr Ballbesitz und Spielanteile, konnte daraus zunächst aber kein Kapital schlagen.

Früher personeller Rückschlag für Hamburg

Der HSV wollte den vierten Bundesliga-Erfolg nacheinander feiern – das war dem Club zuletzt vor 17 Jahren gelungen. Doch schon früh gab es einen Rückschlag: Nach weniger als 15 Minuten musste Spielmacher Fábio Vieira wegen Problemen am Oberschenkel ausgewechselt werden.

HSV-Coach Merlin Polzin hatte vor der Begegnung besonders die gute Vorbereitung der Paderborner hervorgehoben. Er rechnete damit, dass der Gegner verschiedene Lösungen anbieten werde, und forderte von seiner Mannschaft, konsequent bei der eigenen Spielidee zu bleiben.

SC Paderborn 07 - Hamburger SV
Musste früh runter: Fabio Vieira Quelle: Swen Pförtner/dpa

Schwache erste Halbzeit ohne Torschuss

Davon war im ersten Durchgang allerdings auf beiden Seiten wenig zu sehen. Tempo, Genauigkeit und Durchschlagskraft im Offensivspiel fehlten, viele Pässe landeten beim Gegner. Die 15.000 Zuschauer bekamen vor der Pause keinen einzigen Schuss aufs Tor zu sehen.

Paderborns Sportgeschäftsführer Sebastian Lange brachte die erste Hälfte bei Sky auf den Punkt: Seine Mannschaft habe zwar viel Ballbesitz und das Spiel weitgehend unter Kontrolle, komme jedoch kaum in gefährliche Zonen.

Paderborn nach der Pause zwingender

Nach dem Seitenwechsel trat der SCP deutlich aktiver auf. Vor dem DFB-Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart am Mittwoch zeigten die Gastgeber mehr Zug zum Tor und hätten beinahe früh nach Wiederbeginn getroffen. Castañeda kam aus kurzer Distanz zum Abschluss, fand in HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes aber seinen Meister.

Auch beim HSV gab es später erneut Verletzungssorgen. Nach rund 70 Minuten musste Bilal Nadir mit Beschwerden am Oberschenkel ausgewechselt werden und ist damit für das Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt am Dienstag fraglich. Nachdem Curda noch am Pfosten gescheitert war, machte Philippe es kurz vor dem Ende besser und traf gegen seinen Stammverein – beim Jubel hielt er sich allerdings zurück.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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