Brandenburg

IW-Ranking: Warum Cottbus jetzt ganz vorn steht

Neue Studie überrascht: Baden-Württemberg fällt im Langzeitcheck zurück – ausgerechnet Brandenburg legt kräftig zu.

11.05.2026, 12:19 Uhr

Der Landkreis München ist laut einer Untersuchung von IW Consult derzeit die wirtschaftsstärkste Region Deutschlands. Die deutlichsten Fortschritte innerhalb von zwei Jahren machte demnach Cottbus.

Für das Regionalranking analysiert die arbeitgebernahe Forschungsgesellschaft seit 2016 im Abstand von zwei Jahren 400 Landkreise und kreisfreie Städte. Bewertet werden dabei unter anderem Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität. Ergänzend zeigt ein Dynamikranking, welche Regionen sich zuletzt am stärksten verbessert haben.

Nach Einschätzung von Hanno Kempermann von IW Consult nimmt Cottbus in der Lausitz eine wichtige Schlüsselrolle als städtischer Wissens- und Innovationsstandort ein. Ausschlaggebend seien unter anderem die einzige technische Universität Brandenburgs sowie die Ausrichtung auf Zukunftsfelder wie Wasserstoff, Elektrifizierung und erneuerbare Energien. Solche Regionen stünden beispielhaft dafür, wie ein erfolgreicher Strukturwandel gelingen könne.

Bayern im Vergleich vorne

Das sogenannte Niveauranking bildet ab, wo die Bedingungen aktuell am besten sind. Hier liegt erneut der Landkreis München auf Rang eins, gefolgt von der Stadt München und dem Landkreis Tirschenreuth. Insgesamt kommen elf der 20 stärksten Regionen aus Bayern.

Nach Angaben der Forscher überzeugen diese Gebiete vor allem durch hohe Steuereinnahmen, geringe Arbeitslosigkeit und einen hohen Anteil gut qualifizierter Fachkräfte. Am Ende der Liste stehen Suhl in Thüringen sowie Duisburg und Gelsenkirchen im Ruhrgebiet.

Auch insgesamt schneidet Süddeutschland wieder stark ab: Mehr als drei Viertel der Top-100-Regionen liegen in Bayern und Baden-Württemberg. Im längerfristigen Vergleich zeigt sich jedoch ein anderes Bild: In Baden-Württemberg haben seit 2016 mehr als 60 Prozent der Regionen mindestens 25 Plätze eingebüßt – stärker als in jedem anderen Bundesland.

Kempermann führt das vor allem auf die Krise in der Automobilindustrie zurück. Hinzu kämen schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie hohe Kosten, bürokratische Belastungen und Zollkonflikte, die besonders stark auf industriell geprägte Länder wirkten.

Brandenburg mit vielen Aufsteigern

Nach Einschätzung der Studienautoren konnte dagegen vor allem der Norden Deutschlands zulegen. Ein wichtiger Grund sei der deutliche Schub beim Ausbau erneuerbarer Energien.

Besonders positiv entwickelte sich seit 2016 Brandenburg. Dort verbesserten sich fast 80 Prozent der Regionen im Ranking um mindestens 25 Plätze. Laut Kempermann ist in dem Bundesland viel industrielle Wertschöpfung entstanden. Außerdem profitiere Brandenburg stark von der Nähe zu Berlin.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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