Pumuckl-Figur sitzt offenbar seit Jahren auf Münchner Brunnen
Der Pumuckl ist für seine Streiche bekannt – und offenbar hat er sich auch mitten in München ein kleines Denkmal gesetzt. Auf dem Wittelsbacher Brunnen in der Innenstadt befindet sich nämlich eine kleine Bronzefigur des Kobolds, in der Hand ein Bierkrug. Nach Angaben des städtischen Baureferats ist die Figur bekannt und wird toleriert. Zuerst hatte die Münchner Abendzeitung darüber berichtet.
Miniatur stammt von Mihály Kolodko
Geschaffen wurde die Figur offenbar vom ukrainisch-ungarischen Künstler Mihály Kolodko. Er ist für kleine Skulpturen im öffentlichen Raum bekannt. Von ihm stammt auch eine Miniatur von Albrecht Dürer im Innenhof des Nürnberger Museums Tucherschloss. Diese wurde dort allerdings ganz offiziell aufgestellt – als Geschenk Ungarns an die Stadt Nürnberg und als Hinweis auf die ungarischen Wurzeln des berühmten Renaissance-Künstlers.
Auf der Künstlerseite heißt das Werk „Durst“
Auch auf Kolodkos eigener Homepage taucht der kleine Münchner Kobold auf. Dort trägt die Arbeit den Titel „Durst“ – eine Anspielung darauf, dass Pumuckl in früheren Geschichten einem Bier nicht abgeneigt war. Auf einem Foto ist die nur wenige Zentimeter große Figur sogar in der Tasche einer bayerischen Lederhose zu sehen, die der Künstler trägt. Auf Instagram zeigt zudem ein Video, wie die Mini-Skulptur mit Kartoffelnase und wirrem Haar zwischen den Felsen des Brunnens sitzt.
Pumuckl ist seit Jahrzehnten Kult
Die ursprüngliche Figur des Pumuckl wurde von der Illustratorin Barbara von Johnson entworfen. Die Geschichten über den Kobold und Meister Eder stammen aus der Feder von Ellis Kaut. Berühmt wurde Pumuckl nicht nur durch die Bücher, sondern auch durch die alte und die neuere Fernsehserie sowie mehrere Kinofilme.

Kolodko ist für Guerilla-Kunst bekannt
Kolodko gilt als Guerilla-Künstler und hat in Budapest und anderen Städten bereits zahlreiche kleine Skulpturen platziert. Im kroatischen Pula etwa schuf er im Amphitheater die Figur eines betrunkenen Gladiators mit dem Titel „In Vino Veritas“. Einige seiner Arbeiten haben auch eine politische Botschaft. Dazu gehört ein kleiner Panzer mit schlaff nach unten hängendem Kanonenrohr. Dieses Werk trägt den Titel „Ruszik Haza!“ – auf Deutsch: „Russen, geht nach Hause“.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber