Münchner Kammerspiele laut «Deutscher Bühne» an der Spitze
Die Münchner Kammerspiele sind nach Einschätzung der Kritikerinnen und Kritiker des Fachmagazins «Deutsche Bühne» das herausragende Theaterhaus der Saison 2025/26 in Deutschland. Wie das in Köln erscheinende, vom Deutschen Bühnenverein herausgegebene Magazin mitteilte, setzte sich das von Barbara Mundel geführte Haus vor dem Theater Chemnitz und der Oper Dortmund durch.
Auch in der Kategorie Gesamtleistung eines großen Hauses lagen die Münchner vorne. Dahinter folgten die Staatsoper Hamburg und die Oper Frankfurt. Bei den kleineren Bühnen wurden besonders das ETA Hoffmann Theater Bamberg, das Rheinische Landestheater Neuss, das Theater Hagen sowie das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau hervorgehoben.
Im Musiktheater belegte die Opernuraufführung «Rummelplatz» in Chemnitz den ersten Platz der Umfrage. Für die künstlerische Leistung im Schauspiel wurde Julia Riedler besonders gewürdigt. Im Bereich Ballett/Tanz überzeugte Constanza Macras mit «Goodbye Berlin» an der Berliner Volksbühne. Das Kinder- und Jugendtheater gilt den Befragten derzeit als besonders starke Sparte.
Warum München so erfolgreich ist
Nach Ansicht des Kritikerkreises beruht der Erfolg der Münchner Kammerspiele auf einer gelungenen Verbindung aus eindrucksvoll inszenierten historischen Stoffen und aktuellen Texten sowie auf einem vielfältigen Zusammenspiel von Schauspiel, Musik und Tanz für unterschiedliche Altersgruppen. Lob erhielten zudem einzelne Inszenierungen wie «Wallenstein», «Mephisto» und «Play Auerbach».

Debatte um die Zukunft von Barbara Mundel
Überschattet wird die Auszeichnung allerdings von den Diskussionen um die Nachfolge von Intendantin Barbara Mundel. Ihr Vertrag läuft noch bis 2028, sie hatte jedoch Interesse an einer Verlängerung um weitere zwei Jahre signalisiert. Kurz darauf schrieb der Stadtrat die Intendanz neu aus und verwies dabei auf einen bereits länger feststehenden Zeitplan. Das löste eine öffentliche Debatte über Transparenz und Wertschätzung aus. Auch zahlreiche Beschäftigte des Hauses stellten sich in einem Brief hinter Mundel.
Mundel erklärte später, das „öffentliche und politische Ränkespiel um die Zukunft der Münchner Kammerspiele“ habe einen Punkt erreicht, der für das Theater und seine Mitarbeitenden unwürdig und nicht mehr hinnehmbar sei. Um Schaden vom Haus abzuwenden, stehe sie deshalb über 2028 hinaus nicht zur Verfügung.
Unter ihrer Leitung haben die Münchner Kammerspiele bundesweit deutlich an Profil gewonnen. Zudem setzte Mundel starke Akzente beim Thema Inklusion: Zum Ensemble gehören auch Menschen mit kognitiven und körperlichen Einschränkungen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber