Bayern

Warum «Donna Maria» ein Jahr untertaucht

Heute legt «Donna Maria» in München los – ein Mega-Bohrer frisst sich nun ein Jahr lang tief unter die Stadt.

17.09.2026, 04:00 Uhr

Tunnelbohrmaschine startet mit Arbeiten an der zweiten Stammstrecke

Im Münchner Westen nimmt am Nachmittag die Tunnelbohrmaschine „Donna Maria“ ihre Arbeit auf. Sie soll den ersten Erkundungs- und Rettungsstollen für die zweite Stammstrecke anlegen. Dieser Tunnel ist nicht für den späteren S-Bahn-Verkehr vorgesehen, sondern dient der Erschließung und Sicherheit des Großprojekts. Die neue Verbindung zwischen Laim und Ostbahnhof soll künftig die stark belastete erste Stammstrecke entlasten.

Nach Angaben der Bahn wird sich die Maschine auf einer Länge von etwa drei Kilometern vom westlichen Tunnelportal nahe der Donnersbergerbrücke bis zum Marienhof vorarbeiten. Dabei erreicht sie Tiefen von bis zu 40 Metern unter der Innenstadt.

Rund ein Jahr Bauzeit erwartet

Die Bohrmaschine ist 178 Meter lang, wiegt etwa 700 Tonnen und besitzt einen Bohrkopf mit rund fünf Metern Durchmesser. Für die Strecke wird sie voraussichtlich ungefähr ein Jahr benötigen. Im Durchschnitt soll sie täglich etwa acht Meter vorankommen.

Bei den Arbeiten fallen laut Bahn rund 150.000 Tonnen Erd- und Gesteinsmaterial an. Dieses Aushubmaterial soll sowohl per Lkw als auch über die Schiene zu insgesamt 20 Deponien transportiert werden.

Stollen dient später als Rettungsweg

Der entstehende Tunnel wird zwischen den beiden späteren S-Bahn-Röhren verlaufen und künftig als Rettungsstollen genutzt werden. An Bord der „Donna Maria“ arbeiten nach Bahnangaben jeweils bis zu acht Personen.

Für die zweite Stammstrecke sind insgesamt sechs Tunnelröhren vorgesehen: je zwei Verkehrstunnel aus Westen und Osten in Richtung Innenstadt sowie zwei zusätzliche Erkundungs- und Rettungstunnel.

Baustelle 2. Stammstrecke
«Donna Maria»: Die Tunnelbohrmaschine ist 178 Meter lang und 700 Tonnen schwer. (Archivbild) Quelle: Sven Hoppe/dpa

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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