Tunnelbohrmaschine startet mit Arbeiten an der zweiten Stammstrecke
Im Münchner Westen nimmt am Nachmittag die Tunnelbohrmaschine „Donna Maria“ ihre Arbeit auf. Sie soll den ersten Erkundungs- und Rettungsstollen für die zweite Stammstrecke anlegen. Dieser Tunnel ist nicht für den späteren S-Bahn-Verkehr vorgesehen, sondern dient der Erschließung und Sicherheit des Großprojekts. Die neue Verbindung zwischen Laim und Ostbahnhof soll künftig die stark belastete erste Stammstrecke entlasten.
Nach Angaben der Bahn wird sich die Maschine auf einer Länge von etwa drei Kilometern vom westlichen Tunnelportal nahe der Donnersbergerbrücke bis zum Marienhof vorarbeiten. Dabei erreicht sie Tiefen von bis zu 40 Metern unter der Innenstadt.
Rund ein Jahr Bauzeit erwartet
Die Bohrmaschine ist 178 Meter lang, wiegt etwa 700 Tonnen und besitzt einen Bohrkopf mit rund fünf Metern Durchmesser. Für die Strecke wird sie voraussichtlich ungefähr ein Jahr benötigen. Im Durchschnitt soll sie täglich etwa acht Meter vorankommen.
Bei den Arbeiten fallen laut Bahn rund 150.000 Tonnen Erd- und Gesteinsmaterial an. Dieses Aushubmaterial soll sowohl per Lkw als auch über die Schiene zu insgesamt 20 Deponien transportiert werden.
Stollen dient später als Rettungsweg
Der entstehende Tunnel wird zwischen den beiden späteren S-Bahn-Röhren verlaufen und künftig als Rettungsstollen genutzt werden. An Bord der „Donna Maria“ arbeiten nach Bahnangaben jeweils bis zu acht Personen.
Für die zweite Stammstrecke sind insgesamt sechs Tunnelröhren vorgesehen: je zwei Verkehrstunnel aus Westen und Osten in Richtung Innenstadt sowie zwei zusätzliche Erkundungs- und Rettungstunnel.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber