Kultur

Oktoberfest-Musical erobert jetzt München

Erst Berlin, jetzt München: Ausgerechnet kurz vor der Wiesn landet das umstrittene Oktoberfest-Musical endlich am richtigen Ort.

17.09.2026, 00:26 Uhr

München stimmt sich mit Wiesn-Musical aufs Oktoberfest ein

Kurz vor dem Start des Oktoberfests hat sich München mit einer besonderen Bühnenproduktion auf die Wiesn eingestimmt: In der Komödie im Bayerischen Hof feierte „Oktoberfest – A Musical. An Almost True Story. Beinah wahr …“ Premiere.

Damit holt die Stadt gewissermaßen nach, was in der Musicalwelt zunächst kurios wirkte: Die Uraufführung des Stücks hatte bereits vor rund zwei Jahren ausgerechnet in Berlin stattgefunden. Hinter dem Werk steht der aus Hollywood bekannte Komponist und Grammy-Preisträger Harold Faltermeyer, der unter anderem mit dem Soundtrack „Axel F“ aus dem Filmklassiker Beverly Hills Cop weltberühmt wurde.

Viel Beifall zum Auftakt

Beim Münchner Publikum kam die Inszenierung gut an. Für die Geschichte um König Ludwig I. von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen, deren Hochzeit 1810 den Ursprung des Oktoberfests markiert, gab es viel Applaus und stellenweise sogar Standing Ovations.

Dabei nimmt das Musical sein Thema alles andere als bierernst. Wie Komödien-Geschäftsleiter Ralf Komorr zur Begrüßung betonte, wird die Wiesn hier bewusst mit einem Augenzwinkern behandelt. Die satirische Handlung greift sowohl die Entstehung des Volksfests als auch die immer wiederkehrende Diskussion über steigende Bierpreise auf.

Internationale Besetzung, deutsche Dialoge, englische Songs

Auf die Bühne gebracht wird das Stück mit viel Musik, aber auch mit einigen eher einfachen Slapstick-Momenten. Das Ensemble setzt sich aus Darstellerinnen und Darstellern aus verschiedenen Regionen Deutschlands sowie aus den USA, Österreich und der Schweiz zusammen.

„Oktoberfest A Musical“
Harold Faltermeyer hat lange vor dem Wiesn-Musical die weltberühmte Filmmusik «Axel F» zum Hollywood-Klassiker «Berverly Hills Cop» geschrieben (Archiv). Quelle: Sabine Dobel/dpa

Gesprochen wird auf Deutsch, gesungen auf Englisch – jeweils mit Untertiteln. Das passt zum internationalen Charakter des Oktoberfests.

Besonders heraus ragt Manal Raga a Sabit. Die 25-Jährige, die aktuell auch in der ARD-Serie Selling Sex zu sehen ist, überzeugt als Lola Montez mit starker Bühnenpräsenz.

Faltermeyer in Lederhosen bei der Premiere

Faltermeyer, gebürtiger Münchner, erklärte bei der Präsentation der Münchner Fassung, dass das Stück zunächst international seinen Weg machen sollte: Erst hinaus in die Welt, dann zurück in seine Heimatstadt. Neben der Berliner Uraufführung habe es auch eine Testversion in den USA gegeben.

Zur Premiere erschien der Komponist passend in Lederhosen – und beim Fassanstich brauchte er deutlich mehr als die traditionell angestrebten zwei Schläge.

Streit um den Namen „Oktoberfest“

Ganz reibungslos lief der Weg des Musicals nach München offenbar nicht. Laut Faltermeyer habe es zunächst Vorbehalte gegeben, weil der Name „Oktoberfest“ geschützt sei. Er zeigte Verständnis dafür, wenn etwa Fanartikel oder Markenprodukte geschützt würden, kritisierte jedoch Einschränkungen bei der künstlerischen Freiheit.

Am Ende wurde dennoch eine Einigung erzielt.

In der Ankündigung des Musicals findet sich allerdings weiterhin ein klarer Hinweis: Die Produktion sei unabhängig und stehe in keinem offiziellen Zusammenhang mit der Stadt München als Veranstalterin des Oktoberfests.

Eine direkte Verbindung zur Wiesn gibt es zeitlich aber dennoch: Das Musical soll in München genauso lange laufen wie das Oktoberfest – bis zum 4. Oktober.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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