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Lahav Shanis Debüt bei den Philharmonikern überrascht

Neustart mit Sprengkraft: Lahav Shani eröffnet Münchens neue Orchester-Ära – mit Martha Argerich und heikler Debatte.

17.09.2026, 03:30 Uhr

Münchner Philharmoniker starten mit Lahav Shani in die neue Saison

Nach langer Vakanz beginnt für die Münchner Philharmoniker an diesem Donnerstag (17. September, 19.30 Uhr) ein neues Kapitel: Gemeinsam mit ihrem neuen Chefdirigenten Lahav Shani eröffnen sie ihre erste Konzertsaison. Zum offiziellen Auftakt in der Isarphilharmonie wird mit Martha Argerich gleich eine weltbekannte Solistin erwartet. Die Pianistin übernimmt den Solopart in Maurice Ravels Klavierkonzert in G-Dur. Auf dem Programm stehen außerdem unter anderem Leonard Bernsteins „Chichester Psalms“.

Für das Orchester endet damit eine fast vierjährige Phase ohne Chefdirigenten. 2022 war der damalige Leiter Waleri Gergijew entlassen worden, nachdem er sich nicht vom russischen Angriff auf die Ukraine distanziert hatte. Als Shani, geboren in Tel Aviv, 2023 als Nachfolger präsentiert wurde, reagierte das Ensemble mit großer Zustimmung. Innerhalb des Orchesters war sogar von einer besonderen Verbundenheit und einem Aufbruch in eine neue Zeit die Rede.

Der 37-jährige Dirigent gilt als energiegeladen und ambitioniert. Bereits im März hatte er angekündigt, mit den Münchner Philharmonikern verstärkt auf Reisen zu gehen und das Orchester häufiger international zu präsentieren. Ganz neu ist die Zusammenarbeit ohnehin nicht: Shani stand schon mehrfach am Pult des Klangkörpers.

Allerdings blieb seine Berufung nicht ohne Kontroversen. Diskutiert wurde vor allem, dass Shani zugleich Musikdirektor des Israel Philharmonic Orchestra ist. Kritische Stimmen warfen ihm vor, seine Haltung zur israelischen Regierung mit Blick auf den Gaza-Krieg nicht deutlich genug gemacht zu haben. In diesem Zusammenhang lud das Flanders Festival Ghent die Münchner Philharmoniker und Shani wieder aus, obwohl sie ursprünglich für ein Gastspiel vorgesehen waren. Diese Entscheidung wurde auch in Deutschland teils als antisemitisch verurteilt. Selbst der belgische Regierungschef distanzierte sich damals deutlich und sprach von einem Imageschaden für sein Land. Bei anderen Auftritten kam es zudem zu Protesten.

Pianistin Martha Argerich
Stargast des Abends ist die berühmte Pianistin Martha Argerich. (Archivbild) Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Die Münchner Philharmoniker stellten sich jedoch klar hinter ihren künftigen Chefdirigenten. Nach den Worten von Münchens Kulturreferent Marek Wiechers habe die schwierige Lage Orchester und Shani sogar noch enger zusammengeschweißt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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