Weniger Rinder und Halter in Bayern
In Bayern geht sowohl die Zahl der Rinder als auch die Zahl der Betriebe mit Rinderhaltung weiter zurück. Nach Angaben des Landesamts für Statistik wurden zum Stichtag 3. Mai im Freistaat 2.685.976 Tiere gezählt. Das sind 18.160 Tiere beziehungsweise 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr.
Noch stärker schrumpfte die Zahl der Halter: Sie sank binnen eines Jahres um 756 Betriebe oder 2 Prozent auf 36.898.
Rückgang hält seit Jahren an
Der Abwärtstrend ist nicht neu. Bereits seit mindestens 2013 gehen beide Werte kontinuierlich zurück. Damals gab es in Bayern noch rund 52.400 Rinderhalter und etwa 3,234 Millionen Tiere.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung aktuell bei den Milchviehbetrieben. Dort fiel die Zahl der Halter mit minus 2,9 Prozent stärker als im Durchschnitt. Die Zahl der Milchkühe verringerte sich dagegen etwas weniger stark. Mit rund 1,03 Millionen Tieren stellen sie weiterhin die größte Gruppe im Bestand.
Betriebe werden im Schnitt größer
Während die Zahl der Betriebe sinkt, wächst die durchschnittliche Herdengröße leicht. Bei den Milchviehhaltern lag sie zuletzt bei 48 Tieren je Betrieb, also um ein Tier höher als zuvor. Über alle Rinderhaltungen hinweg stieg der Durchschnitt ebenfalls um ein Tier auf knapp 73 Tiere pro Betrieb.
Niedrige Milchpreise als möglicher Faktor
Als ein Grund für den jüngsten Rückgang gilt neben dem langjährigen Strukturwandel auch die Entwicklung am Milchmarkt. Nach Daten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft sind die Milchpreise zuletzt eher niedrig gewesen. Zwischen September und April gaben sie um etwa 14 Cent je Kilogramm Milch nach und lagen zuletzt spürbar unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
Besser entwickelte sich dagegen der Markt für Schlachtrinder. Zwar gingen die Preise im Frühjahr zeitweise merklich zurück, nach LfL-Angaben liegen sie aber weiterhin klar über dem Niveau von 2024 und haben zuletzt wieder etwas angezogen.
Auch Bio-Betriebe verzeichnen Minus
Auch die ökologische Rinderhaltung in Bayern konnte sich dem Trend nicht entziehen. Der Bestand sank von 266.738 auf 263.957 Tiere. Das entspricht einem Rückgang von etwas mehr als 1 Prozent und damit einem etwas stärkeren Minus als in der gesamten Rinderhaltung.
Damit wird in Bayern derzeit knapp jedes zehnte Rind nach ökologischen Kriterien gehalten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber