Bayern

Waldbrand am Saurüsselkopf eskaliert – Lage kippt

Elf Helikopter, 290 Kräfte – doch der Waldbrand wächst weiter. Warum das extreme Gelände den Einsatz am Saurüsselkopf so heikel macht.

05.05.2026, 15:02 Uhr

Der Waldbrand am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen bleibt nach Angaben des Landratsamts Traunstein kritisch. Auch am zweiten Tag des ausgerufenen Katastrophenfalls sei keine Entwarnung möglich. Eine erhoffte deutliche Wende in der Brandbekämpfung sei bislang ausgeblieben, die Lage bleibe schwierig und dynamisch.

Nach aktueller Einschätzung ist eine dreistellige Hektarzahl von dem Feuer betroffen. Am Nachmittag war von rund 160 Hektar die Rede gewesen. Wie groß die tatsächlich beschädigte Fläche am Ende ist, lässt sich laut Behörden wohl erst nach Abschluss der Löscharbeiten verlässlich bestimmen.

Schwerpunkt weiter auf Löschangriffen aus der Luft

Im Mittelpunkt der Brandbekämpfung stehen weiterhin die Einsätze aus der Luft. Elf Hubschrauber sind an den Löschmaßnahmen beteiligt, darunter Maschinen von Bundeswehr, Landespolizei, Bundespolizei, aus Baden-Württemberg sowie von Heli Austria. Nach Angaben des Landratsamts zeigen die Einsätze in einzelnen Bereichen Wirkung.

So konnten die West- und Ostflanke des Berges bei Ruhpolding tagsüber durch die Löschflüge stabil gehalten werden. Wegen einer Windänderung liegt der Schwerpunkt inzwischen auf der Südflanke. Der Bereich nahe der Grenze zu Österreich wird weiterhin besonders beobachtet; die Behörden stehen dazu mit den zuständigen Stellen auf österreichischer Seite in Kontakt.

Rund 250 Kräfte im Einsatz

Aktuell kämpfen rund 250 Einsatzkräfte gegen die Flammen, darunter etwa 190 Feuerwehrleute. Beteiligt sind außerdem unter anderem Bergwacht, Rettungsdienst, Polizei, Katastrophenschutz, Forstbehörden und die betroffene Gemeinde. Das steile, felsige und unwegsame Gelände erschwert die Arbeiten erheblich und macht den Einsatz besonders belastend. Nach bisherigen Informationen wurde niemand verletzt.

Nachts geht der Einsatz am Boden weiter

Bei Einbruch der Dunkelheit müssen die Helikopter aus Sicherheitsgründen am Boden bleiben. Der Einsatz wird in der Nacht dennoch fortgesetzt – soweit dies gefahrlos möglich ist. Dabei kommen unter anderem handgeführte Strahlrohre und Tanklöschfahrzeuge zum Einsatz. Am Mittwochmorgen sollen die Hubschrauber erneut starten, um die Brandbekämpfung aus der Luft fortzusetzen.

Bürgertelefon eingerichtet – Gebiet weiträumig meiden

Für Fragen aus der Bevölkerung hat das Landratsamt Traunstein ein Bürgertelefon eingerichtet. In der Umgebung des Brandgebiets gelten Betretungsverbote und Fahrverbote. Die Behörde rief dazu auf, den Bereich weiträumig zu meiden und Zufahrtswege für Einsatzkräfte freizuhalten. Auch der Einsatz privater Drohnen im Einsatzgebiet ist untersagt.

Ein zentrales Ziel bleibt weiterhin der Schutz des Trinkwasserschutzgebiets Laubau und seiner Quelle, die rund 30.000 Menschen versorgt. Nach bisherigem Stand besteht keine akute Gefahr für die Trinkwasserversorgung und auch keine unmittelbare Bedrohung für die Bevölkerung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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