Bayern

Überraschung: ZF baut E-Auto-Teile weiter in Schweinfurt

Kehrtwende bei ZF: Schlüsselteile für E-Autos kommen weiter aus eigener Hand – doch für Beschäftigte wird es trotzdem hart.

19.05.2026, 13:42 Uhr

ZF hält an Eigenfertigung zentraler E-Mobilitäts-Komponenten fest

Der Autozulieferer ZF will elektrische Motoren und Wechselrichter auch künftig selbst herstellen. Wie das Unternehmen aus Friedrichshafen mitteilte, hat der Vorstand damit die Empfehlung einer Sonderprüfung bestätigt und sich gegen einen externen Zukauf dieser Schlüsseltechnologien entschieden. Untersucht worden war, ob die eigene Produktion auf Dauer wettbewerbsfähig bleibt oder ob der Einkauf von außen wirtschaftlicher wäre.

Die IG Metall begrüßte die Entscheidung. Nach Angaben von Thomas Höhn, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Schweinfurt, ist der Schritt besonders für die bayerischen Standorte Schweinfurt und Auerbach von Bedeutung. In Schweinfurt bleibe damit die gesamte Wertschöpfung rund um den E-Motor erhalten. Für Auerbach gibt es jedoch weiterhin Sorgen vor Stellenabbau.

ZF nannte mehrere Gründe für die Entscheidung. Dazu zählen der Erhalt wichtigen Know-hows, eine geringere Abhängigkeit von Zulieferern bei zentralen Technologien, die enge Verbindung von Entwicklung und Fertigung sowie Vorteile bei der Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus der Produkte.

Die Pkw-Antriebssparte, intern als „E-Division“ bezeichnet, steckt derzeit in einer Restrukturierung. Hintergrund ist, dass der Bereich zuletzt in die Verlustzone geraten ist. Nach Unternehmensangaben sind spürbare Einschnitte nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit wieder zu stärken.

ZF erklärte zudem, in den vergangenen Monaten bereits deutliche Kostensenkungen erreicht zu haben. Dennoch seien weitere strukturelle Schritte erforderlich, darunter auch eine Anpassung der Personalkapazitäten. Wo immer möglich, solle dies sozialverträglich geschehen. Konkrete Zahlen zum möglichen Stellenabbau nannte der Konzern zunächst nicht.

Konzernverlust deutlich ausgeweitet

Im vergangenen Jahr rutschte ZF vor allem wegen eines Sondereffekts im Zuge des Konzernumbaus noch tiefer in die roten Zahlen. Der Verlust stieg im Jahresvergleich auf 2,1 Milliarden Euro und lag damit etwa doppelt so hoch wie zuvor. Bereits 2024 hatte der Konzern einen Fehlbetrag von etwas mehr als einer Milliarde Euro verbucht.

Der hoch verschuldete Zulieferer plant in den kommenden Jahren den Abbau von bis zu 14.000 Arbeitsplätzen in Deutschland. Ende 2025 beschäftigte ZF weltweit 153.153 Menschen, davon etwas mehr als 49.000 an deutschen Standorten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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