Bayern

Tatort digital: Neue Wendung im Dreifachmord-Prozess

VR statt Ortstermin: Im Deggendorfer Dreifachmordprozess wird der Tatort virtuell rekonstruiert – brisante Wendung.

22.10.2026, 05:00 Uhr

Am vierten Verhandlungstag im Prozess um den mutmaßlichen Dreifachmord von Zwiesel will sich das Landgericht Deggendorf ein genaueres Bild vom Tatort machen. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin ist dafür eine virtuelle Tatortbegehung mit einer VR-Brille geplant. Außerdem sollen zehn Polizeibeamte als Zeugen aussagen. Bei dem Tatort handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus, in dem der Angeklagte im Jahr 2025 zwei Nachbarinnen und einen Nachbarn getötet haben soll.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft soll der 39-jährige slowakische Angeklagte die beiden Frauen im Alter von 26 und 22 Jahren aus sexuellen Motiven getötet haben. Den 56 Jahre alten Lebensgefährten der jüngeren Frau soll er demnach ermordet haben, um die beiden anderen Taten zu verdecken.

Laut Anklage soll der Mann die Leiche der 26-Jährigen zerstückelt, den Oberkörper in einem Kühlschrank verborgen und die Beine in einem Wald abgelegt haben. Wenige Tage nach den Taten habe er sich in Österreich selbst bei der Polizei gemeldet.

Anklage sieht mehrere Mordmerkmale

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass in allen drei Fällen das Mordmerkmal der Heimtücke vorliegt. Bei den beiden Frauen komme zudem die Tötung zur Befriedigung des Sexualtriebs hinzu. Im zweiten und dritten Fall werde außerdem von Grausamkeit ausgegangen, beim getöteten Mann zusätzlich von Verdeckungsabsicht.

Zum Auftakt des Verfahrens hatte sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sein Verteidiger erklärte jedoch, dass im weiteren Verlauf des Prozesses eine Stellungnahme seines Mandanten vorgesehen sei.

Bislang sind noch sechs weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am 19. November fallen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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