Gut zwei Wochen nach der möglichen Sichtung eines Pumas in der Nähe des Münchner Flughafens ist weiterhin unklar, welches Tier damals tatsächlich gefilmt wurde. Wie eine Sprecherin des Landratsamts Erding mitteilte, kamen mehrere Fachleute bei der Auswertung der Wärmebildaufnahmen eines Jägers zu keinem eindeutigen Ergebnis.
Nach dem Vorfall am 6. Oktober hatte die Polizei mit großem Aufwand nach dem Tier gesucht. Zum Einsatz kamen unter anderem Drohnen, ein Hubschrauber, Spürhunde und zahlreiche Kräfte vor Ort. Die Suche blieb jedoch erfolglos. Zusätzlich werteten die Ermittler eine Woche lang Bilder von Wildkameras aus dem Naturschutzgebiet bei Oberding im Landkreis Erding aus. Laut Sebastian Pinta, dem Leiter der Polizeiinspektion Erding, wurden darauf zwar verschiedene einheimische Wildtiere entdeckt, jedoch keine Großkatzen.
Keine neuen Meldungen, aber Ermittlungen dauern an
Während anfangs noch viele Hinweise aus der Bevölkerung zu möglichen weiteren Sichtungen eingingen, blieben neue Meldungen zuletzt aus. Nach Angaben der Polizei gab es bis Mittwoch seit sechs Tagen keine entsprechenden Hinweise mehr. Auch Spuren möglicher Beutetiere einer Raubkatze wurden in der Gegend nicht gefunden. Die aktive Suche nach dem Tier wurde daher eingestellt. Bei neuen Hinweisen wolle die Polizei jedoch weiterhin aufmerksam und vorsichtig reagieren.
Vollständig beendet ist der Fall für die Ermittlungsgruppe in Erding dennoch nicht. Die Beamten prüfen derzeit unter anderem, ob das Verbreiten von mithilfe Künstlicher Intelligenz erzeugten Bildern einer angeblichen Raubkatze als Ordnungswidrigkeit gewertet werden könnte. Solche Aufnahmen waren nach der ersten Sichtung im Umlauf.
Pinta hatte dieses Vorgehen bereits deutlich kritisiert. Das gezielte Verbreiten falscher Hinweise belaste die Polizei und sorge in sozialen Netzwerken für Verunsicherung in der Bevölkerung. Zugleich stellte er klar, dass die ursprünglichen Aufnahmen, die den Einsatz ausgelöst hatten, aus Sicht der Ermittler echt seien. Welches Tier darauf zu sehen ist, bleibt aber weiterhin offen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber