Batteriespeicher in Deutschland legen stark zu
Der Markt für Batteriespeicher wächst in Deutschland mit hohem Tempo. Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) sind in diesem Jahr bereits rund eine halbe Million neue Speicher in Betrieb gegangen. Für die ersten neun Monate wurden im Marktstammdatenregister Anlagen mit einer gesamten Speicherkapazität von 8,2 Gigawattstunden erfasst. Das entspricht einem Plus von 91 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025.
Grundlage sind etwa 493.000 Anlagen, die bis zum 12. Oktober für die ersten drei Quartale gemeldet wurden. Rechnet man noch ausstehende Nachmeldungen hinzu, erwartet der Verband für diesen Zeitraum insgesamt rund 534.000 neue Speicher. Für das gesamte Jahr geht der BSW-Solar sogar von einem Zubau von deutlich mehr als 10 Gigawattstunden aus. Zum Vergleich: 8,2 Gigawattstunden würden rechnerisch den Strombedarf einer Stadt wie München für fast einen halben Tag decken.
Großspeicher treiben den Ausbau
Während die Zahl der neu installierten Speicher nur um gut 20 Prozent zunahm, fiel das Wachstum bei der Kapazität deutlich stärker aus. Der Grund dafür liegt vor allem im kräftigen Ausbau großer Batteriespeicher.
Im Segment der Großspeicher mit mehr als einem Megawatt stieg die Zahl der Inbetriebnahmen von 63 auf 220. Die zusätzliche Kapazität sprang dabei von 0,9 auf 3,8 Gigawattstunden.
Damit haben die Großspeicher inzwischen das Segment der Heimspeicher mit 2 bis 20 Kilowattstunden überholt. Dort erhöhte sich die Zahl der neuen Anlagen von 261.000 auf 303.000. Die hinzugekommene Kapazität wuchs von 2,6 auf 3,2 Gigawattstunden.

Hinzu kommen 172.000 Kleinstspeicher mit bis zu 5 Kilowattstunden, die zusammen 0,5 Gigawattstunden speichern können. Außerdem wurden 17.000 Gewerbespeicher mit einer Größe von 20 bis 1.000 Kilowattstunden neu gebaut, die gemeinsam auf 0,7 Gigawattstunden kommen.
Verband fordert deutlich schnelleren Ausbau
Batteriespeicher gelten als wichtiger Baustein der Energiewende, weil sie Schwankungen bei der Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen ausgleichen können.
BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig bezeichnete Batteriespeicher als Wachstumsmotor und Effizienzfaktor der Energiewende. Sie könnten das Stromsystem leistungsfähiger machen und Kosten in Milliardenhöhe senken. Aus Sicht des Verbands reicht das derzeitige Tempo allerdings nicht aus. Damit erneuerbare Energien bis 2030 möglichst günstig ins Stromsystem integriert werden können, sei jährlich das Vier- bis Fünffache der für dieses Jahr erwarteten 10 Gigawattstunden nötig.
Reformvorschläge für weniger Hürden
Um den Ausbau zu beschleunigen, hat der Verband ein Positionspapier mit verschiedenen Reformideen vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen Erleichterungen für die gemeinsame Nutzung von Batteriespeichern mit Solar- und Windparks sowie an Verbrauchsstandorten. Auch Speicher an Umspannwerken und Änderungen bei den Regeln zur Abschaltung von Anlagen bei drohenden Netzengpässen spielen dabei eine Rolle.
Körnig fordert, das Thema Batteriespeicher zur politischen Priorität zu machen. Deutschland könne es sich nicht leisten, immer mehr günstigen Solar- und Windstrom ungenutzt zu lassen, während zugleich über hohe Strompreise diskutiert werde. Batteriespeicher könnten die bestehenden Netze besser auslasten und die Energiewende kostengünstiger machen. Dafür müsse die Politik jetzt gesetzliche Hemmnisse abbauen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber