Bayern

Ohne Zuschüsse platzt der Wohnungsbau

Milliarden für den Wohnungsbau – und trotzdem reicht das Geld hinten und vorn nicht. Warum Bayerns Pläne jetzt ins Wanken geraten.

28.07.2026, 05:00 Uhr

Zu wenig Fördergeld bremst Wohnungsbau in Bayern

In Bayern könnten Tausende bereits geplante Wohnungen vorerst nicht gebaut werden, weil öffentliche Zuschüsse fehlen. Das geht aus einer internen Befragung des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) hervor. Demnach haben 127 Mitgliedsunternehmen seit 2024 Fördermittel von insgesamt rund einer Milliarde Euro beantragt. Bewilligt wurden davon aber nur gut 37 Prozent.

Nach Einschätzung des Verbands ist der Bedarf damit deutlich höher als die verfügbaren Mittel. Viele Unternehmen hätten deshalb ihre Anträge verschoben oder gar nicht erst eingereicht. Betroffen seien allein dadurch Bauvorhaben mit rund 1.200 Wohnungen.

Der Verband vertritt nach eigenen Angaben rund 500 Wohnungsunternehmen im Freistaat, vor allem sozial orientierte Genossenschaften und kommunale Anbieter. Die 127 Firmen aus der Umfrage verwalten zusammen rund 236.000 Wohnungen. Gleichzeitig wächst laut Verband der Druck auf dem Markt weiter: Inzwischen warteten etwa 68.000 Haushalte auf eine Wohnung.

Verbandsdirektor Hans Maier kritisierte vor allem die häufigen Änderungen bei den Förderrichtlinien. Bezahlbarer Wohnungsbau brauche vor allem Verlässlichkeit, so Maier.

Neben fehlenden Zuschüssen und wechselnden Vorgaben sehen die Unternehmen weitere Hürden. Genannt werden unter anderem lange Bearbeitungszeiten bei Anträgen, unklare Entscheidungswege und Prioritäten in Behörden sowie Bauvorschriften, die das Bauen zusätzlich verteuern.

Bernreiter verweist auf 3,6 Milliarden Euro für 2026 und 2027

Bauminister Christian Bernreiter hält die bayerische Wohnraumförderung dennoch für ein Erfolgsmodell. Nach seinen Angaben stehen im Doppelhaushalt 2026/27 insgesamt 3,6 Milliarden Euro für die Wohnraumförderung bereit. Der CSU-Politiker betonte zudem, die Staatsregierung habe die Förderrichtlinien vereinfacht und wolle für größtmögliche Planungssicherheit in der Bau- und Wohnungswirtschaft sorgen.

Größere Änderungen der Wohnraumförderung ab 2027

Neu hinzu kommt das vom Ministerium vorgestellte Jahresbauprogramm 2027. Es soll Unternehmen die Antragstellung erleichtern und bürokratische Vorgaben verringern. Der VdW Bayern bewertet diese Neuausrichtung grundsätzlich positiv, fordert aber weitere Erleichterungen.

Ähnlich äußert sich auch der Mieterbund. Die Landesvorsitzende Beatrix Zurek begrüßte die Neufassung der Förderung, sieht jedoch Nachbesserungsbedarf. Aus Sicht des Mieterbunds sollten für geförderte Wohnungen längere Sozialbindungen als bislang 35 Jahre ermöglicht werden.

Hauptgrund für den Einbruch des Wohnungsbaus seit 2023 bleiben die stark gestiegenen Kosten. Neben höheren Baupreisen verteuerte auch das Ende der Nullzinsphase die Finanzierung. Vor allem der Bau von Sozialwohnungen rechnet sich wegen der begrenzten Mieteinnahmen oft nur mit staatlicher Unterstützung. Doch auch im freien Wohnungsbau machen die hohen Kosten viele Projekte unattraktiv oder sogar zum Verlustgeschäft.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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