Bayern

Neue NS-Ausstellung: Das erwartet Besucher

Eine Million Menschen, ein Ort der NS-Inszenierung: Was das Nürnberger Gelände wirklich bedeutet, zeigt jetzt diese Ausstellung.

04.11.2026, 03:30 Uhr

Nürnberger Dokumentationszentrum eröffnet neue Ausstellung zum Reichsparteitagsgelände

Nach einer mehrmonatigen Testphase wird die neu gestaltete Ausstellung im Nürnberger Dokumentationszentrum am Mittwochvormittag offiziell eröffnet. Zu der Feier werden unter anderem der frühere Bundespräsident Christian Wulff sowie Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (beide CSU) erwartet.

Die Ausstellung war während eines fünfjährigen Umbaus vollständig neu entwickelt worden. Auf einer Fläche von 1.600 Quadratmetern veranschaulichen Hunderte Exponate und interaktive Stationen, wie Nürnberg zum zentralen Ort der NS-Reichsparteitage wurde und welche Rolle das Gelände auch in der Zeit danach spielte. Seit Mai lief die Schau bereits im Probebetrieb. In dieser Phase wurden sowohl die Medientechnik als auch neue Vermittlungsangebote gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern erprobt.

Zwischen 1933 und 1938 nutzten die Nationalsozialisten Nürnberg für ihre aufwendig inszenierten Parteitage. Für Aufmärsche, Paraden und Massenappelle kamen damals rund eine Million Menschen in die Stadt. Das dafür vorgesehene Gelände umfasste etwa elf Quadratkilometer, blieb jedoch in großen Teilen unvollendet. Erhalten sind bis heute vor allem das Zeppelinfeld und die Haupttribüne.

Historische Bauten und Objekte als wichtige Zeugnisse

Nach Angaben der Stadt informieren sich jedes Jahr rund 300.000 Menschen aus dem In- und Ausland vor Ort über die NS-Vergangenheit. Weil es immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gibt, gewinnen die baulichen Überreste und historischen Objekte zunehmend an Bedeutung.

Neue Dauerausstellung im Dokuzentrum im Probebetrieb
Den Kuratorinnen war es wichtig, dass Objekte nicht wie NS-Devotionalien zur Schau gestellt werden – in dem Fall wurden die Fahnen gefaltet. (Archivbild) Quelle: Daniel Karmann/dpa

Die neue Ausstellung bezieht deshalb erstmals auch Gegenstände wie Scheinwerfer von der Zeppelintribüne, NS-Fahnen und einen hölzernen Reichsadler ein. Den Kuratorinnen war dabei wichtig, diese Stücke nicht unkritisch oder als Devotionalien zu präsentieren. So werden die Fahnen etwa bewusst gefaltet gezeigt, während der Adler zerlegt in einer Vitrine ausgestellt ist.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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