Ein Mann, der in Belgrad nach einem Angriff auf einen Polizisten vor der israelischen Botschaft von Sicherheitskräften erschossen wurde, soll zuvor einen Anschlag auf das Jüdische Museum in München vorbereitet haben. Nach Angaben einer Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft München habe der Verdächtige den St.-Jakobs-Platz ausgespäht und versucht, Waffen zu beschaffen, um dort einen Angriff zu verüben. Zunächst hatte die Bild darüber berichtet.
Eine offizielle Bestätigung der Identität des Getöteten durch die serbischen Behörden lag demnach zunächst noch nicht vor. Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte es sich jedoch um einen damals 17-Jährigen handeln, der zunächst bei seinem Vater in München lebte. Er war am 22. Juni festgenommen worden und kam vorübergehend in Untersuchungshaft. Rund einen Monat später sei der zuvor nicht vorbestrafte Jugendliche in Abstimmung mit der Generalstaatsanwaltschaft in sein Heimatland abgeschoben worden, wo seine Mutter lebt.
Ende Oktober soll der mutmaßlich minderjährige Serbe dann vor der israelischen Botschaft in Belgrad einen Polizisten mit zwei Messern attackiert und verletzt haben. Der Beamte, der das Gebäude bewachte, habe den Angreifer laut Innenminister Ivica Dacic in Notwehr mit seiner Dienstwaffe erschossen. Dacic bezeichnete den Vorfall im serbischen Staatsfernsehen RTS als Terrorakt. Zudem sei der Angreifer den Behörden bereits als Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt gewesen. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber