Bayern

Neu auf der Wiesn: Grippe- und Corona-Impfung

Maß bestellt, Impfung dazu? Auf der Wiesn gibt’s jetzt überraschend Schutz gegen Grippe und Covid direkt vor Ort.

20.09.2026, 04:30 Uhr

Impfangebot auf dem Oktoberfest: München impft erstmals direkt auf der Wiesn

Auf dem Münchner Oktoberfest heißt es in diesem Jahr nicht nur "O’zapft is", sondern auch "O’piekst is": Erstmals können sich Besucherinnen und Besucher direkt auf der Wiesn gegen Grippe und Covid-19 impfen lassen. Die Stadt München bietet die Impfungen ohne Termin in der Sanitätswache des Festgeländes an. Das Angebot richtet sich an Gäste, Beschäftigte auf der Wiesn und weitere Impfinteressierte. Mitzubringen sind möglichst der Impfpass und die Krankenkassenkarte. Nach Angaben der Wiesn-Ärzte wurde das Angebot bereits am ersten Tag genutzt.

Die Impfstation ist montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr geöffnet, an Samstagen und Sonntagen bereits ab 9 Uhr bis 14 Uhr. Der vollständige Schutz entwickelt sich laut Stadt innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Teil der Aktion „München impft“

Die Maßnahme gehört zur stadtweiten Kampagne „München impft“, die gemeinsam von der Stadt München, dem LMU Klinikum und dem TUM Klinikum getragen wird. Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek erklärte, man wolle die Menschen dort erreichen, wo sie sich aufhalten – aktuell eben auf der Wiesn. Ziel sei es, schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen zu vermeiden sowie die Impfquoten entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zu verbessern.

Zu wenige Menschen lassen sich impfen

Nach Einschätzung von Christoph Spinner, Leiter der Infektiologie am TUM-Klinikum rechts der Isar, ist nicht einmal jede dritte Person aus einer empfohlenen Gruppe gegen Influenza geimpft. Dadurch steige das Risiko für schwere Verläufe. Der Herbst sei daher nicht nur Zeit für Volksfeste, sondern auch der richtige Moment für Auffrischungen und Schutzimpfungen, da nun die Saison der Atemwegserkrankungen beginne.

191. Münchner Oktoberfest - Eröffnung
In der Masse haben es Erkältungsviren leicht. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Während Influenza vor allem in der kalten Jahreszeit auftritt, verbreitet sich das Coronavirus laut Spinner das ganze Jahr über. Gerade auf der Wiesn mit vielen Menschen auf engem Raum in den Festzelten sei das Ansteckungsrisiko erhöht. Auch andere Erkältungsviren finden dort ideale Bedingungen – in München spricht man dabei traditionell von der „Wiesn-Grippe“.

Auch RSV bleibt ein Thema

Neben Grippe und Covid-19 könnte in den kommenden Monaten auch das RSV-Virus wieder stärker in den Fokus rücken. Für das Oktoberfest selbst werde zwar keine akute Welle erwartet, dennoch rät Spinner dazu, eine empfohlene Impfung rechtzeitig nachzuholen. Bislang seien nur wenige der Personen geschützt, für die eine RSV-Impfung empfohlen wird.

RSV gilt insbesondere für Säuglinge und ältere Menschen als riskant. Die STIKO empfiehlt die Impfung für alle Menschen ab 75 Jahren sowie für Personen ab 60 Jahren mit schweren Vorerkrankungen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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