Bayern

Nach Cyberangriff: Was in Eichstätt jetzt wieder läuft

Cyberangriff legt Eichstätt lahm – doch ausgerechnet Hochzeiten laufen weiter. Welche Behördengänge jetzt wieder möglich sind.

14.10.2026, 15:50 Uhr

Nach dem Cyberangriff auf die Stadt Eichstätt nimmt der eingerichtete Krisenstab schrittweise wieder einzelne Angebote der Verwaltung in Betrieb. Wie die Stadt auf ihrer Internetseite mitteilte, konnten der oder die mutmaßlichen Angreifer einen großen Teil der Verwaltungsdaten kopieren.

Nach der Attacke am Wochenende wurden sämtliche Server im Rathaus vorsorglich vom Netz genommen. Dadurch war die Stadtverwaltung kaum noch erreichbar. Die Datensicherung habe jedoch gegriffen. Welche Informationen genau abgeflossen sind, ist laut Stadt derzeit noch nicht abschließend geklärt.

Die Server bleiben vorerst weiterhin abgeschaltet. Dennoch laufen einige Leistungen bereits wieder an. Nach Angaben von Sprecherin Sophie Fries wurden dafür technische Ausweichlösungen geschaffen oder Unterstützung anderer Behörden und Kommunalverwaltungen genutzt.

Hochzeiten können stattfinden

Personalausweise können Bürgerinnen und Bürger demnach ausnahmsweise auch bei Gemeindeverwaltungen in der Umgebung beantragen. Das Standesamt bearbeitet dringende Anliegen, wenn Betroffene während der Öffnungszeiten persönlich vorbeikommen. Trauungen sollen wie geplant stattfinden.

Auch einige städtische Einrichtungen wie das Jugendzentrum und der Bauhof sind telefonisch erreichbar. Parkausweise können aktuell allerdings weder neu ausgestellt noch verlängert werden. Deshalb will die Stadt bis auf Weiteres keine Verwarnungen wegen erst kürzlich abgelaufener Ausweise ausstellen.

Nicht betroffen von dem Angriff sind nach Angaben der Stadt die Stadtwerke Eichstätt und die dazugehörige kritische Infrastruktur. Die Versorgung mit Gas und Strom sei gesichert, sagte Fries. Auch die gemeinsame Bücherei der Stadt Eichstätt und des St. Michaelsbundes arbeite ohne Einschränkungen.

Stadt mahnt zur Vorsicht bei Rechnungen

Die Stadt empfiehlt den Bürgerinnen und Bürgern außerdem, aktuelle Rechnungen aus dem Rathaus vorsorglich genau zu prüfen, bevor sie bezahlt werden. Dringende Fragen können über eine Notfall-Hotline sowie an einem Informationspunkt im Rathaus geklärt werden. Laut Sprecherin Fries halten sich die Rückfragen bislang in Grenzen, zudem reagiere die Bevölkerung verständnisvoll.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen