Bayern

Mega-Hack an der LMU: 600.000 Datensätze betroffen

LMU-Hack größer als gedacht: Hunderttausende Studierendendaten betroffen – und ein Missbrauch ist nicht ausgeschlossen.

29.09.2026, 12:38 Uhr

Rund 600.000 Datensätze nach Cyberangriff auf die LMU betroffen

Nach dem Hackerangriff auf die Ludwig-Maximilians-Universität München sind nach aktuellen forensischen Erkenntnissen rund 600.000 Datensätze von derzeitigen und ehemaligen Studierenden betroffen. Nach Angaben der Universität entspricht das der Zahl der datenschutzrechtlich betroffenen Personen. Betroffen war demnach der gesamte Datenbestand des Zulassungssystems, in dem sämtliche studentischen Angaben verarbeitet werden. Die gespeicherten Immatrikulationsdaten reichen etwa 50 Jahre zurück.

Nach Angaben der LMU hat bislang kein Angreifer Forderungen an die Universität gestellt. Wie der Zugriff auf das System erfolgte und wie lange dieser bestand, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Die Hochschule arbeitet dabei nach eigenen Angaben mit externen Fachleuten, der Datenschutzaufsicht und den zuständigen Behörden zusammen.

Umfang der betroffenen Daten variiert

Welche Informationen betroffen sind, hängt laut LMU vom Alter der Datensätze ab. Bei Einträgen bis einschließlich 1994 seien nur Stammdaten sowie die jeweilige Semesterhistorie gespeichert. Ab 2005 seien die Datensätze deutlich umfangreicher; in einzelnen Fällen seien dort auch Bankverbindungen hinterlegt.

Je nach Person könnten außerdem Krankenversicherungs- und BAföG-Nummern, Angaben zum Studienverlauf sowie Gründe für Beurlaubungen betroffen sein. Diese Informationen können teilweise sensible personenbezogene Daten im Sinne von Artikel 9 der Datenschutz-Grundverordnung enthalten. Nach Angaben der Universität betrifft jedoch nicht jede Datenkategorie alle Betroffenen.

Nicht von dem Vorfall erfasst seien Passwörter, Prüfungsinformationen sowie Angaben zu Studieninhalten und individuellen Leistungen.

Was Studierende und Ehemalige wissen sollten

Nach Angaben der LMU gibt es weiterhin keine Hinweise darauf, dass Daten veröffentlicht oder missbräuchlich genutzt wurden. Vollständig ausschließen lasse sich das derzeit jedoch nicht. Die Hochschule beobachtet nach eigenen Angaben gemeinsam mit externen Experten auch das Darknet. Sollten dort Hinweise auf auftauchende Datensätze gefunden werden, will die Universität die Betroffenen unverzüglich informieren.

Die LMU empfiehlt aktuellen und ehemaligen Studierenden erhöhte Vorsicht bei E-Mails mit Links oder Anhängen sowie bei verdächtigen Anrufen und Nachrichten mit Bezug zur Universität.

Betroffene, zu denen im System aktuelle E-Mail-Adressen vorlagen, wurden laut Universität direkt informiert. Für andere Betroffene stellt die LMU Informationen auf ihrer Website bereit. Außerdem wurde eine E-Mail-Adresse für Rückfragen eingerichtet.

Systeme werden schrittweise wieder freigeschaltet

Vorsorglich abgeschaltete Systeme nimmt die Universität nach und nach wieder in Betrieb. Das Online-Vorlesungsverzeichnis LSF soll ab Mittwoch schrittweise wieder verfügbar sein. Aus Sicherheitsgründen ist der Zugriff zunächst nur innerhalb des Uni-Netzes oder per VPN möglich.

Die Systeme für Feedback- und Prüfungsprozesse EvaSys und EvaExam sind nach LMU-Angaben bereits seit Montag wieder verfügbar.

Neue Studierende können sich seit dem 22. September wieder einschreiben; die entsprechenden Fristen wurden laut LMU verlängert. Bereits bestehende Immatrikulationen behalten ihre Gültigkeit. Ab Dezember soll mit CampusOnline ein neues cloudbasiertes System für digitale Bewerbungen und Einschreibungen starten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen