Bayern

Machtmissbrauch? Hochschulpräsident muss gehen

Paukenschlag in Nürnberg: Musikhochschul-Präsident Kotzian tritt zurück. Was zu dem überraschenden Aus führte.

16.10.2026, 12:44 Uhr

Präsident der Musikhochschule Nürnberg tritt zurück

Nach Vorwürfen des Machtmissbrauchs und monatelangen internen Konflikten hat Rainer Kotzian sein Amt als Präsident der Musikhochschule Nürnberg niedergelegt. Das geht aus einem Schreiben an die Mitglieder der Hochschule hervor, das er der Deutschen Presse-Agentur übermittelte. Zuerst hatte die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet.

Wie die Hochschule mitteilte, gilt der Rücktritt bereits ab diesem Freitag. Kotzian begründete den Schritt demnach mit den hochschulinternen Streitigkeiten der vergangenen Monate und dem Wunsch, die Einrichtung vor weiterer Belastung zu bewahren.

Kotzian räumt Fehler ein

In seinem Schreiben erklärte Kotzian, ihm sei im vergangenen November ein Fehler unterlaufen. Er schilderte, dass es im Rahmen einer über längere Zeit gewachsenen und aus seiner Sicht vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Studierenden zu einem kurzen persönlichen Gespräch mit einer Studentin gekommen sei.

Dabei habe er jedoch nicht ausreichend beachtet, dass trotz eines solchen Vertrauensverhältnisses weiterhin ein Machtgefälle zwischen Professor und Studentin bestehe. Deshalb trage er eine besondere Verantwortung dafür, in welchem Rahmen und in welcher Form ein solches Gespräch stattfinde. Dies bedauere er sehr.

Nähere Angaben zu dem Vorfall machte Kotzian nicht. Zugleich wies er auf Anfrage der dpa darauf hin, dass er die Vorwürfe in der Darstellung einer Studierendeninitiative bestreite.

Kunstminister verlangt Aufklärung

Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) erklärte, er respektiere Kotzians Entscheidung zum Rücktritt und danke ihm für dessen Einsatz und Arbeit. Gleichzeitig machte Blume deutlich, dass die erhobenen Vorwürfe gründlich untersucht und aufgearbeitet werden müssten.

Hochschulen müssten Orte des Vertrauens und eines respektvollen Miteinanders sein, betonte der Minister. Nach Bekanntwerden der Vorgänge seien deshalb umgehend die erforderlichen Schritte zur Aufklärung eingeleitet und auch die Landesanwaltschaft eingeschaltet worden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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