Fußball

1860-Coach vor Derby: «Das knistert seit Wochen»

Ticket-Anfragen explodieren: 1860 heiß aufs Derby gegen Bayern II – in Giesing steigt ein Showdown, der München elektrisiert.

16.10.2026, 10:26 Uhr

Beim TSV 1860 München ist die besondere Spannung vor dem Regionalliga-Derby gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern längst spürbar. Trainer Alper Kayabunar berichtete vor dem Spiel am Sonntag (14.00 Uhr/BR), dass das Kribbeln schon seit Wochen zu merken sei. Er werde immer wieder auf die Partie angesprochen, auch die privaten Ticketanfragen seien enorm.

Auf die umstrittene Fan-Aktion aus dem Mai wollte der 1860-Coach dagegen nicht näher eingehen. Zu der bei der Bayern-Meisterfeier eingeschleusten Schmähfahne sagte Kayabunar lediglich, dass er dazu nicht viel sagen könne. Sein Fokus liege klar auf dem Fußball.

Erstes Derby seit 2021

Zum ersten Mal seit Mai 2021 treffen die Löwen und die Bayern-Reserve wieder in einem Münchner Derby aufeinander. Damals spielten beide Teams noch in der 3. Liga. Die Profimannschaften der beiden Clubs standen sich zuletzt 2008 im DFB-Pokal gegenüber, in derselben Liga spielen sie sogar schon seit 2004 nicht mehr.

Auch beim FC Bayern ist die Vorfreude auf das Stadtduell spürbar. Sportvorstand Max Eberl kündigte an, selbst vor Ort zu sein.

Strafantrag nach Fan-Aktion

Für zusätzliche Brisanz sorgt die juristische Aufarbeitung der Banner-Aktion rund um die Meisterfeier des FC Bayern auf dem Marienplatz. Nach Medienberichten stellten die Münchner einen Strafantrag wegen Beleidigung gegen Unbekannt. Damals hatten 1860-Fans eine riesige Fahne eingeschmuggelt, die zunächst wie ein Bayern-Banner wirkte, tatsächlich aber das Vereinslogo verfremdete und mit einer groben Beschimpfung versah.

In dem Fall soll es bereits eine Hausdurchsuchung bei einem Tatverdächtigen gegeben haben. Ein Fan-Anwalt aus dem Umfeld der Sechziger hält das Vorgehen für überzogen und sieht keinen erfüllten Straftatbestand.

Hochrisikospiel mit großem Polizeiaufgebot

Das Derby ist als Hochrisikospiel eingestuft. Nach Informationen aus dem Umfeld des Spiels sollen mehr als 1.000 Polizeikräfte im Einsatz sein. Beide Vereine hoffen auf einen friedlichen Fußball-Nachmittag ohne Zwischenfälle.

1860 will im Aufstiegsrennen dranbleiben

Sportlich will der TSV 1860 den Anschluss an die Spitzengruppe der Regionalliga Bayern halten. Memmingen führt mit 30 Punkten vor Buchbach mit 28, die Löwen folgen mit 24 Zählern. Beide Konkurrenten haben allerdings bereits ein Spiel mehr absolviert.

Selbstvertrauen holte sich 1860 zuletzt mit einem 2:1-Heimsieg gegen Bayreuth, den die Mannschaft in Unterzahl über die Zeit brachte. Die Reserve des FC Bayern steht derzeit auf Rang 13, ist aber seit fünf Spielen ungeschlagen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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