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Venedig kassiert 2027 noch öfter Eintritt

Venedig zieht die Gebühren-Schraube an: 2025 wird an 72 Tagen Eintritt fällig – doch die Zehn-Euro-Grenze soll halten.

16.10.2026, 12:10 Uhr

Venedig weitet Eintrittspflicht für Tagesgäste aus

Venedig verlangt künftig an noch mehr Tagen Eintritt von Kurzbesuchern. Nach einem Beschluss des Stadtrats sollen im kommenden Jahr zwischen Karfreitag und Mitte August an insgesamt 72 Tagen Gebühren fällig werden. In diesem Jahr galt die Regelung noch an 60 Tagen. Eine deutliche Anhebung der Preise bleibt vorerst aus, obwohl zwischenzeitlich sogar Beträge von 30 Euro und mehr diskutiert worden waren.

Zugang gegen Gebühr wie bei einer Sehenswürdigkeit

Die Lagunenstadt erhebt seit zwei Jahren als weltweit erste Stadt Eintritt von Tagesgästen. Wer seinen Besuch mindestens drei Tage im Voraus reserviert, zahlt weiterhin fünf Euro. Bei kurzfristiger Buchung werden zehn Euro fällig. Üblicherweise erhalten Besucher dafür einen QR-Code auf ihr Handy. Trotzdem umgehen viele die Regelung nach wie vor. In diesem Jahr entrichteten mehr als 650.000 Menschen die Abgabe, was der Stadt Einnahmen von über fünf Millionen Euro bescherte.

Übernachtungsgäste ausgenommen

Wer in Venedig übernachtet, muss keinen zusätzlichen Eintritt zahlen, allerdings fällt für diese Gäste eine Kurtaxe an. Daneben gelten Ausnahmen für bestimmte Personengruppen. Die Stadtverwaltung betont regelmäßig, dass es bei der Maßnahme nicht in erster Linie um zusätzliche Einnahmen gehe, sondern um eine bessere Steuerung der Besucherströme. Deshalb standen auch deutlich höhere Gebühren im Raum. Endgültig entscheiden kann Venedig darüber jedoch nicht allein, denn auch die Regierung in Rom muss zustimmen.

Eintrittspreis für Tagestouristen in Venedig
In der Stadt gibt es auch Kontrollen. (Archivbild) Quelle: Antonio Calanni/AP/dpa

Besucherandrang bleibt hoch

Ein Rückgang der Touristenzahlen ist bislang nicht erkennbar. Dabei gilt Venedig ohnehin als teures Reiseziel: Ein Einzelticket für den Wasserbus Vaporetto kostet 9,50 Euro, und für eine halbe Stunde Gondelfahrt werden mindestens 90 Euro verlangt.

Der Tourismus bringt der Stadt viel Geld ein, sorgt aber zugleich für erhebliche Belastungen. Mittlerweile gibt es in Venedig mehr Hotelbetten als Einwohner. In der historischen Altstadt leben heute weniger als 50.000 Menschen, während Jahr für Jahr Millionen Reisende aus aller Welt kommen. Schätzungen zufolge sind es mehr als 25 Millionen Besucher jährlich.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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