Jugendproteste am Samstag auch in München und Nürnberg
In München und Nürnberg wollen am Samstag junge Menschen demonstrieren. Auf ihren Forderungslisten stehen unter anderem mehr Investitionen in Schulen, stärkerer Klimaschutz sowie ein Nein zur Wehrpflicht. Nach Angaben der Polizeipräsidien beider Städte gibt es bislang keine konkreten Hinweise auf geplante Gewalttaten oder Sachbeschädigungen.
Die Polizei wird die Kundgebungen dennoch begleiten. Ziel sei es, einen friedlichen Ablauf der Versammlungen zu gewährleisten, teilten die Behörden mit.
Aufrufe über soziale Netzwerke
Im Internet mobilisiert eine Initiative unter den Namen „GenZ regelt“ und „GenZ steht auf“ für Proteste am 31. Oktober in insgesamt 23 Städten. Die Gruppe betont nach eigenen Angaben, dass sie Gewalt ablehnt. Zur sogenannten Generation Z zählen im Allgemeinen Menschen, die etwa zwischen 1995 und 2010 geboren wurden.
Unterschied zwischen Anmeldungen und Online-Zusagen
Für München wurde laut Kreisverwaltungsreferat für Samstagnachmittag eine Versammlung auf dem Geschwister-Scholl-Platz mit 200 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern registriert. Online hatten bis Montagnachmittag allerdings mehr als 6.400 Menschen ihr Kommen angekündigt.
In Nürnberg ist nach Polizeiangaben eine Kundgebung am Ludwigsplatz mit 40 Teilnehmenden angemeldet. Im Netz sagten dort knapp 5.000 Menschen ihre Teilnahme zu.
Sorge wegen Vorfällen im Ausland
In mehreren europäischen Ländern gehen junge Menschen bereits seit Wochen auf die Straße. Dabei richten sich die Proteste unter anderem gegen hohe Lebenshaltungskosten und für bessere Bildung. Am vergangenen Wochenende kam es in Frankreich, Spanien und Italien erneut zu Ausschreitungen und Festnahmen.
Politikerinnen und Politiker von Union und SPD äußerten deshalb die Sorge, dass extremistische Gruppen die angekündigten friedlichen Proteste in Deutschland für ihre Zwecke nutzen könnten.
Polizei beobachtet Lage genau
Die Münchner Polizei erklärte, die in sozialen Medien verbreiteten Aufrufe seien bekannt und würden in die Einsatzplanung sowie die aktuelle Lageeinschätzung einbezogen. Außerdem beobachte man aufmerksam, wie sich ähnliche Versammlungen in anderen Städten und im europäischen Ausland entwickeln. Dazu stehe man in engem Kontakt mit weiteren Polizei- und Sicherheitsbehörden.
Auch in Nürnberg verfolgt die Polizei die Lage nach eigenen Angaben genau und stimmt sich mit den zuständigen Versammlungsbehörden ab. Wie viele Einsatzkräfte am Samstag vor Ort sein werden, wurde nicht genannt.
Zusätzlich müssen sich die Einsatzkräfte dort auf eine weitere Veranstaltung einstellen: Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde bereits eine Gegendemonstration zu dem Gen-Z-Protest angemeldet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber