Politik

Atommüll-Endlager: Jetzt wird es richtig brisant

Nur noch ein Lager für Deutschlands Atommüll? Die brisante Standortsuche geht jetzt in die entscheidende nächste Runde.

27.10.2026, 03:30 Uhr

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) legt an diesem Dienstag um 12.00 Uhr einen neuen Bericht zum Stand der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Deutschland vor. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen noch rund ein Viertel der Landesfläche als grundsätzlich geeignet angesehen. Nun sollen diese möglichen Gebiete weiter eingegrenzt werden. Danach wäre die Bewertung der gesamten Fläche Deutschlands abgeschlossen.

Nächste Schritte bei der Standortsuche

Die BGE mit Sitz in Peine untersucht mithilfe von Sicherheitsanalysen, welche Regionen in Deutschland günstige geologische Voraussetzungen für die dauerhafte unterirdische Lagerung hochradioaktiver Abfälle bieten könnten.

Bis Ende 2027 will die BGE dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) Regionen vorschlagen, die oberirdisch genauer erkundet werden sollen. Das BASE prüft diese Vorschläge und legt seine Bewertung dem Bundesumweltministerium vor. Die endgültige Entscheidung über die zu untersuchenden Standorte trifft schließlich der Gesetzgeber.

Spätestens bis 2050 soll ein Endlager für etwa 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Müll gefunden werden, der in mehr als sechs Jahrzehnten Nutzung der Atomkraft in Deutschland entstanden ist. Der künftige Standort muss eine sichere Lagerung über einen Zeitraum von einer Million Jahren gewährleisten. Derzeit wird der deutsche Atommüll in 16 oberirdischen Zwischenlagern in mehreren Bundesländern aufbewahrt. Die letzten Atomkraftwerke in Deutschland wurden im April 2023 abgeschaltet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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