Bayern

Kehlsteinhaus: Experten planen den Wiederaufbau

Nach dem verheerenden Feuer im NS-Kehlsteinhaus steht Bayern vor einer heiklen Entscheidung – was jetzt mit dem Ort passieren soll.

26.10.2026, 15:30 Uhr

Eine Expertenkommission soll den Wiederaufbau des nach einem Feuer zerstörten Kehlsteinhauses vorbereiten und vorantreiben. Kunstminister Markus Blume (CSU) sagte in München, das Gebäude solle als Zeugnis der Geschichte und als Ort der Aufklärung für kommende Generationen erhalten bleiben. Zugleich betonte er, dass das Haus als Repräsentationsbau des NS-Regimes errichtet wurde und untrennbar mit der nationalsozialistischen Herrschaft verbunden ist. Ein Wiederaufbau müsse dieser historischen Verantwortung gerecht werden.

Fachleute aus mehreren Bereichen beteiligt

In dem Gremium sollen Fachleute aus Denkmalpflege, Bauwesen und Erinnerungskultur zusammenarbeiten. Nach Angaben des Ministers wird derzeit gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Staatlichen Bauamt Traunstein mit Hochdruck daran gearbeitet, die Schäden genau zu erfassen. Zudem soll gesichert werden, welche Teile der historischen Originalsubstanz nach dem Brand noch vorhanden sind. Auf dieser Grundlage soll zügig ein tragfähiges Konzept für den Wiederaufbau entstehen.

Das geschichtsträchtige Gebäude am Obersalzberg bei Berchtesgaden war in der Nacht zum Samstag durch ein Feuer fast vollständig zerstört worden. Über viele Jahrzehnte hinweg wurde das Kehlsteinhaus als Berggasthof genutzt.

Ermittlungen wegen mutmaßlicher Brandstiftung

Die Behörden untersuchen weiterhin die Hintergründe der mutmaßlichen Brandstiftung. Die Polizei nahm einen 33 Jahre alten Mann fest, dem die Tat zugeschrieben wird. Er wurde noch am Samstag in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung gebracht.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte bereits kurz nach dem Brand angekündigt, dass das im Eigentum des Freistaats Bayern stehende Kehlsteinhaus wieder aufgebaut werden soll. Errichtet wurde der Bau in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten als Teil des von Adolf Hitler genutzten Komplexes am Obersalzberg während der NS-Terrorherrschaft.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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