Bayern

Jetzt zählt jede Stunde: Borkenkäferbäume sofort fällen

Borkenkäfer-Alarm in Bayern: Jetzt zählt jede Stunde. Warum Waldbesitzer sofort handeln müssen, um Schlimmeres zu verhindern.

09.05.2026, 05:59 Uhr

Bayerns Waldbesitzer sollen Käferbäume rasch entfernen

Wegen des beginnenden Massenflugs der Borkenkäfer werden Bayerns Forstbesitzer eindringlich aufgefordert, befallene Fichten schnell aus den Wäldern zu schaffen. Der bayerische Bauernverband betonte, dass eine konsequente Bekämpfung jetzt entscheidend sei, um die weitere Ausbreitung im Laufe des Jahres zu bremsen. Nach dessen Einschätzung kann ein einzelner nicht rechtzeitig entfernter Käferbaum dazu führen, dass in der Umgebung bis zu 20 weitere Fichten befallen werden.

Nach Beobachtungen der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft hat der Hauptschwärmflug der Fichtenborkenkäfer am verlängerten ersten Mai-Wochenende bei fast sommerlichen Temperaturen landesweit und in den meisten Höhenlagen eingesetzt. Besondere Schwerpunkte sehen die Fachleute derzeit in Oberbayern, Schwaben und entlang des Juraanstiegs. Dort müsse bereits mit befallenen, noch stehenden Bäumen gerechnet werden.

Regen bringt nur wenig Entlastung

Die jüngsten Schauer reichen der Landesanstalt zufolge kaum aus, um das Niederschlagsdefizit auszugleichen und den zunehmenden Trockenstress der Bäume spürbar zu lindern. Zudem könne Regen die Suche nach befallenen Bäumen erschweren: Dabei entstehendes Bohrmehl werde abgewaschen oder verweht, wodurch betroffene Stämme deutlich schwerer zu entdecken seien.

Der Bauernverband warnt, dass die Fichten schon jetzt unter großen Wasserdefiziten und vielerorts leeren Bodenspeichern leiden. Dadurch seien die Bäume geschwächt und könnten sich gegen einen Käferbefall nur eingeschränkt wehren. Die aktuelle Situation unterscheide sich damit deutlich vom Vorjahr.

Borkenkäferbekämpfung im Bayerischen Wald
Die kleinen Borkenkäfer können ganze Wälder schädigen. (Archivbild) Quelle: Armin Weigel/dpa

Niederschläge bleiben Schlüsselfaktor

Noch vor rund zwei Wochen hatten die Bayerischen Staatsforsten erklärt, die Wälder im Freistaat seien in diesem Jahr besser auf die Borkenkäfersaison vorbereitet als in den vergangenen zehn Jahren. Diese Einschätzung bezog sich allerdings auf die Schadholzmengen in den staatlichen Wäldern. Dort war in den zurückliegenden Jahren systematisch daran gearbeitet worden, befallene Bäume möglichst vollständig zu entfernen.

Gleichzeitig machten die Staatsforsten deutlich, dass der weitere Wetterverlauf entscheidend sein werde. Eine gute Wasserversorgung sei für die Abwehrkraft der Fichten besonders wichtig. Ebenso bedeutsam sei es, befallene Bäume bereits im Herbst und Winter aufzuspüren und aus dem Wald zu holen, weil viele Käfer unter der Rinde überwintern. Fällt die Rinde ab, ziehen sich die Tiere in den Boden zurück und sind dann kaum noch erreichbar.

Schäden auch weit über Bayern hinaus

Borkenkäfer haben in den vergangenen Jahren nicht nur in Bayern, sondern auch in anderen Teilen Deutschlands und Europas teils schwere Waldschäden verursacht. Im Freistaat treten vor allem die Arten Buchdrucker und Kupferstecher auf. Vor allem warme und trockene Witterung begünstigt ihre Ausbreitung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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