In Bayern ist die Zahl der gemeldeten Fahrraddiebstähle im vergangenen Jahr spürbar gesunken. Dennoch werden rechnerisch weiterhin täglich mehr als 60 Fahrräder entwendet. Das geht aus Zahlen des Innenministeriums hervor, die auf eine Anfrage der SPD im Landtag erstellt wurden. Danach registrierte die Polizei im Freistaat 2025 insgesamt 22.018 Fälle. 2024 waren es noch 25.114, im Jahr 2023 sogar 25.854.
Aufklärungsquote bleibt niedrig
Die Aufklärungsquote lag 2024 und 2025 jeweils bei 13,6 Prozent und damit etwas höher als 2023 mit 11,8 Prozent. Trotzdem bleibt der Großteil der gestohlenen Räder verschwunden. Zudem ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl der Diebstähle höher liegt, weil insbesondere bei älteren Fahrrädern nicht jeder Fall angezeigt wird.
Schaden von mehr als 27 Millionen Euro
Für 2025 beziffert das Innenministerium den entstandenen Schaden auf über 27 Millionen Euro, für 2024 sogar auf 28,9 Millionen Euro. Gegenüber 2020 mit rund 17 Millionen Euro ist das ein deutlicher Anstieg. Als Grund gelten vor allem Diebstähle teurer Fahrräder, darunter viele E-Bikes.
Oberbayern und München besonders betroffen
Regional betrachtet entfällt fast die Hälfte aller Fälle auf Oberbayern. Dort wurden 2025 insgesamt 10.819 Diebstähle erfasst, davon 5.671 im Raum München. In den übrigen Regierungsbezirken lagen die Zahlen deutlich niedriger: Niederbayern 1.409, Oberpfalz 1.368, Oberfranken 1.253, Mittelfranken 3.285, Unterfranken 1.108 und Schwaben 2.637.
Mehr Unfälle mit Radfahrern
Während die Diebstahlzahlen zurückgehen, zeigt sich bei den Unfällen mit Radfahrern kein ähnlicher Trend. 2025 wurden in Bayern 19.845 solche Unfälle registriert. Das ist der höchste Wert seit 2020, als 19.212 Fälle gezählt wurden. Bei den tödlich verunglückten Radfahrern gab es 2025 immerhin einen leichten Rückgang auf 83. 2024 waren es 97, im Jahr 2020 insgesamt 70.
SPD fordert bessere Bedingungen
Die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller sieht darin ein Warnsignal. Immer mehr Menschen würden auf Fahrrad und E-Bike umsteigen, doch bei Sicherheit und Infrastruktur halte die Entwicklung nicht Schritt. Zwar sei die stärkere Nutzung des Fahrrads positiv für Klima, Gesundheit und Mobilität, gerade auch im ländlichen Raum. Die hohen Unfallzahlen machten jedoch deutlich, dass die Infrastruktur verbessert werden müsse. Auch die vielen Diebstähle und die weiterhin schwache Aufklärungsquote könnten Menschen davon abhalten, in hochwertige Fahrräder oder E-Bikes zu investieren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion