Bayern

Dreifach-Mutter getötet – nun muss ihr Mann vor Gericht

Vor den Augen der Kinder soll er seine Frau getötet haben – jetzt beginnt in Landshut der Prozess.

09.07.2026, 03:30 Uhr

Vor dem Landgericht Landshut hat der Mordprozess gegen einen 45-Jährigen mit einem Geständnis begonnen. Angeklagt ist der Ehemann der getöteten Frau und Vater der drei gemeinsamen Kinder. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine 39 Jahre alte, noch mit ihm verheiratete Frau im Dezember 2025 in Wallersdorf im Landkreis Dingolfing-Landau getötet zu haben.

Nach Darstellung der Anklage soll der Mann die Trennung nicht akzeptiert haben. Ihm wird Mord aus niedrigen Beweggründen zur Last gelegt. Zum Auftakt des Verfahrens ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger erklären, dass er seine Frau getötet habe. Zugleich habe er die Tat bedauert und erklärt: „Ich habe meinen Kindern die Mutter genommen.“ Er schäme sich für das Geschehen.

Angriff im Haus und auf offener Straße

Nach der Anklage soll der Mann spätabends im gemeinsamen Haus auf seine Frau gewartet haben, die mit einem der Söhne unterwegs war. Die beiden anderen Söhne befanden sich demnach bereits zuhause. Als die Frau zurückkehrte, soll der 45-Jährige sie in einen Schwitzkasten genommen und geschlagen haben.

Den Ermittlungen zufolge griff einer der Söhne in der Tatnacht zu einem Küchenmesser, um seine Mutter vor dem Vater zu schützen. Der Mann soll dem Jungen jedoch einen Faustschlag versetzt, ihm das Messer abgenommen und damit anschließend die Frau verfolgt und auf offener Straße tödlich verletzt haben. Die drei Kinder liefen ihrer flüchtenden Mutter nach Angaben der Staatsanwaltschaft zunächst noch hinterher, bevor sie sich zu Nachbarn in Sicherheit brachten. Die Frau starb noch am Tatort.

Gewalt, Schulden und Alkohol

Die Anklage geht zudem davon aus, dass der Mann seiner Ehefrau bereits seit einigen Jahren gegenüber gewalttätig gewesen sein soll. Wenige Monate vor der Tat soll die Frau ihm die endgültige Trennung sowie eine neue Beziehung mitgeteilt haben.

In seiner Einlassung über den Verteidiger schilderte der Angeklagte außerdem massive finanzielle Probleme. Er sei selbstständig gewesen, habe hohe Schulden gehabt und Alkohol getrunken. Die Verbindlichkeiten sollen sich demnach auf bis zu 70.000 Euro belaufen haben. Seine Frau habe sich um die Finanzen gekümmert und selbst versucht, beruflich Fuß zu fassen, was nach Darstellung des Angeklagten zusätzliche Kosten verursacht habe.

Weiter ließ er erklären, seine Frau habe ihn schließlich aus dem gemeinsamen Zuhause geworfen, woraufhin er in seinem Auto gelebt habe. Zudem habe er erfahren, dass sie ihn betrüge.

Die Staatsanwaltschaft geht beim Angeklagten von einem starken Besitzdenken gegenüber seiner Frau aus. Ihre Bedürfnisse seien ihm gleichgültig gewesen, zudem habe die Frau Angst vor einer Trennung gehabt.

Nachbarn als Zeugen

Mehrere Zeugen aus der Nachbarschaft schilderten vor Gericht, was sie in der Tatnacht beobachtet haben wollen. Ein Nachbar sprach von einer verstörenden Situation. Die Kinder hätten um Hilfe geschrien. Zwei der Söhne habe er bei sich aufgenommen, ein dritter sei zunächst weggelaufen. Als er den Angeklagten gefragt habe, was passiert sei, habe dieser zunächst nichts gesagt und sei dann ruhig die Straße entlanggegangen. Der Zeuge folgte ihm nach eigenen Angaben, bis er die tote Frau an einem Gartenzaun fand.

Eine zentrale Frage im Prozess ist, ob die Kinder die Tötung unmittelbar mit ansehen mussten. Ihnen soll eine Aussage vor Gericht nach Möglichkeit erspart bleiben. Für das Verfahren sind zwei weitere Verhandlungstage angesetzt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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