Bayerns Landeskommando der Bundeswehr bleibt bestehen
Das Landeskommando der Bundeswehr in Bayern mit Sitz in München soll trotz der aktuellen Debatte über neue Strukturen unverändert weiterarbeiten. Nach Angaben eines Sprechers bleibt es auch künftig mit rund 80 aktiven Soldatinnen und Soldaten sowie etwa 1.200 Reserve-Dienstposten die wichtigste Kommandostelle der Bundeswehr auf Ebene des Freistaats.
Kritik aus der Staatsregierung an möglichen Änderungen
In der bayerischen Staatsregierung hatte es zeitweise Befürchtungen gegeben, das Landeskommando könne durch eine Reform an Einfluss verlieren. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte deshalb in einem Schreiben an Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) seine Bedenken deutlich gemacht. Er sprach von "Irritation und Sorge" und warnte vor negativen Folgen für die staatliche Widerstandsfähigkeit und die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands.
Pistorius hatte im Jahr 2024 die Führungsstrukturen der Bundeswehr neu geordnet und das Operative Führungskommando der Bundeswehr geschaffen. Diese neue Stelle soll militärische Führungsaufgaben bündeln und zugleich als zentraler Ansprechpartner für zivile Behörden auf Bundes- und Landesebene dienen.
Landeskommando bleibt Ansprechpartner in Bayern
Für Bayern scheint die Frage nun geklärt: Das Landeskommando bleibt die zentrale Verbindung zur Staatsregierung, zu zivilen Behörden und zu Einsatzorganisationen etwa bei Katastrophenlagen. Brigadegeneral Thomas Hambach, Kommandeur des Landeskommandos Bayern, betonte, die Einrichtung sei eine wichtige Brücke zwischen Bundeswehr und Gesellschaft. Sie helfe dabei, gut ausgebildete und motivierte Menschen zu gewinnen, um Sicherheit vor Ort zu gewährleisten.

Rolle könnte in Zukunft noch wichtiger werden
Nach Einschätzung des Landeskommandos dürfte seine Bedeutung in den kommenden Jahren sogar weiter wachsen. Als Gründe werden die veränderte Sicherheitslage in Europa seit dem russischen Angriff auf die Ukraine, die stärkere Ausrichtung auf Landes- und Bündnisverteidigung sowie die intensivere Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Stellen genannt.
Besonders wichtig sei dabei auch der geplante Ausbau der Reserve. Bundesweit soll die Zahl der Reservistinnen und Reservisten bis 2035 auf mindestens 200.000 steigen, um sicherheitspolitische Anforderungen und NATO-Ziele zu erfüllen.
Söder zeigte sich über die Zusage aus dem Verteidigungsministerium erleichtert. Die Entscheidung sei in einer unsicheren Zeit ein bedeutendes Signal, weil sie die zivil-militärische Zusammenarbeit stärke statt schwäche.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber