Wirtschaft

OpenAIs neue KI: US-Regierung zieht die Schranke hoch

KI unter Staatskontrolle? Die US-Regierung entscheidet jetzt, wer neue Top-Modelle nutzen darf – aus Angst vor Cyberangriffen.

27.06.2026, 01:08 Uhr

OpenAI begrenzt Zugang zu GPT-5.6 auf Druck der US-Regierung

OpenAI schränkt den Zugang zu seinem neuesten KI-System auf Wunsch der US-Regierung vorerst ein. Wie das Unternehmen mitteilte, erhält zunächst nur eine abgestimmte, kleine Gruppe vertrauenswürdiger Partner Zugang zu einer Vorschau der Modellreihe GPT-5.6. Die begrenzte Freigabe sei von staatlicher Seite verlangt worden.

Vorerst wurden entsprechende Freigaben nur innerhalb der USA erteilt. OpenAI erklärte zugleich, man arbeite daran, den Zugang auch auf Partner in anderen Ländern auszuweiten. Das könne bereits in der kommenden Woche geschehen.

Rivale geriet in Schwierigkeiten

Gleichzeitig betonte OpenAI, man rechne nicht damit, dass solche behördlich verlangten Zugangskontrollen langfristig zum Normalfall werden. Derzeit halte das Unternehmen die Zustimmung dazu jedoch für den besten Weg, den Nutzerkreis in den kommenden Wochen schrittweise zu vergrößern.

Die Aussage kann auch als Verweis auf die Probleme des Konkurrenten Anthropic gelesen werden. Das Unternehmen hatte sein bislang stärkstes Modell zunächst veröffentlicht, musste es aber wenige Tage später nach einer Forderung der US-Regierung wieder zurückziehen.

Sorge vor Cyberangriffen mit KI-Unterstützung

Hintergrund waren Warnungen, wonach Schutzvorkehrungen gegen Missbrauch womöglich umgangen werden könnten. Das neue Anthropic-Modell gilt als besonders gut darin, Schwachstellen in Software aufzuspüren. Das kann einerseits helfen, Programme sicherer zu machen, in den falschen Händen aber auch als Werkzeug für Cyberangriffe dienen.

Anthropic blockiert diese Fähigkeiten in der öffentlich verfügbaren Version. Dennoch verlangte die US-Regierung darüber hinaus, dass nur US-Unternehmen und US-Bürger Zugang zu dem Modell erhalten dürfen.

Beim neuen OpenAI-System GPT-5.6 kann nach Angaben der Firma die leistungsstärkste Variante mit dem Namen Sol eigenständig Aufgaben in den Bereichen Programmierung, Biologie und Cybersicherheit übernehmen. OpenAI betonte, Schutzmaßnahmen gegen Missbrauch eingebaut zu haben. Zugleich räumte das Unternehmen ein, dass sich bei Prüfungen nicht jede komplexe, mehrstufige Angriffsform vollständig erfassen lasse.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen