Elf Jahre Haft nach mutmaßlicher Auto-Attacke in Passau gefordert
Im Prozess um einen mutmaßlichen Angriff mit einem Auto auf seine frühere Partnerin hat die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Passau eine Freiheitsstrafe von elf Jahren gefordert. Dem Angeklagten legt sie zweifachen versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung sowie einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr zur Last. Bei dem Vorfall im Juni 2025 in der Passauer Innenstadt wurden auch die gemeinsame Tochter und eine Freundin der Frau verletzt.
Die Verteidigung plädierte am Dienstag auf neun Jahre und fünf Monate Haft. Aus ihrer Sicht komme eine Verurteilung wegen zweifacher fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in Betracht. Sollte das Gericht dennoch einen Tötungsvorsatz annehmen, sei allenfalls von versuchtem Totschlag auszugehen, nicht jedoch von versuchtem Mord. Der Angeklagte hatte erklärt, die Kontrolle über sein Auto verloren zu haben.
Staatsanwaltschaft sieht Trennung als Motiv
Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft sind drei Mordmerkmale erfüllt: Heimtücke, niedrige Beweggründe und der Einsatz eines gemeingefährlichen Mittels. Begründet wurde dies unter anderem damit, dass der Mann mit dem Auto auch andere Menschen in Gefahr gebracht haben soll.
Als Motiv gilt, dass der damals 48-jährige Iraker die Trennung sowie die Übertragung des Sorgerechts für die gemeinsame Tochter auf seine Ex-Partnerin nicht akzeptieren wollte.
Die Tochter wurde bei dem Vorfall leicht verletzt. Die frühere Partnerin und deren Freundin erlitten dagegen schwere Verletzungen und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Laut Anklage stieg der Mann nach der Kollision aus dem Wagen aus und schlug und trat anschließend auf seine Ex-Partnerin ein, die teilweise unter dem Auto lag.
Das Urteil soll am Mittwoch um 10.00 Uhr verkündet werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion